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Familienfreundlicher Kreis

DAS ZIEL

 

Im Kreis Bergstraße soll ein flächendeckendes bedarfsgerechtes, familienfreundliches Konzept Betreuung, Bildung und Erziehung entwickelt werden. Dazu braucht es die Ideen aller am Geschehen Beteiligter.
DIE HERAUSFORDERUNG

  • Im Kreis Bergstraße, wie auch in Deutschland insgesamt, zeigt sich ein steigender Bedarf an Betreuungsplätzen und -angeboten für Kinder. Die gewünschte und notwendige Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sich wandelnde Lebensentwürfe, die Zunahme allein erziehender Männer und Frauen, steigende Mobilitätsanforderungen, aber auch eine in vielen Fällen notwendige Unterstützung von Familien bei der Bewältigung von Erziehungsaufgaben, spielen hier eine Rolle.
  • Die Einführung des Rechtsanspruches auf einen Kindergartenplatz für Dreijährige, das Tagesbetreuungsausbaugesetz mit dem Auftrag bedarfsgerechte Betreuungsplätze für unter Dreijährige und Schulkinder zu schaffen, sowie die Zunahme ganztägiger Angebote an Schulen sind einschneidende Reformen, die die Bildungs- und Betreuungslandschaft maßgeblich verändern.
  • Im Kreis Bergstraße ist der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz umgesetzt. Viele Kindertagesstätten öffnen ihr Angebot für unter Dreijährige, Ganztagsangebote mit Mittagsversorgung werden zunehmend eingerichtet und die Tagespflege wird qualitativ und quantitativ ausgebaut. Die „verlässliche“ Grundschule und die Einrichtung von Schülerbetreuungen an jeder der 48 Grundschulen des Kreises konnten bereits realisiert werden. Somit hat sich eine vielfältige Betreuungslandschaft entwickelt.
  • Die vorhandenen Möglichkeiten sind dennoch nicht überall ausreichend oder nicht flexibel genug. Es kostet Eltern mitunter viel Zeit und Energie das richtige Angebot für ihr Kind zu finden oder es gibt für den speziellen Bedarf der Familie kein Angebot. Als Beispiel seien hier nur die unterschiedlich angebotenen Betreuungszeiten im Übergang von der Kindertagesstätte in die Schule oder fehlende Angebote in den Randzeiten (vor 8.00 Uhr oder nach 17.00 Uhr) genannt. Verlässliche, finanzierbare und besonders im Übergang von der Kindertagesstätte zur Grundschule aufeinander abgestimmte Konzepte sind gefragt.
  • In der Ausgestaltung der Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder sind verschiedene Akteure mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen und rechtlichen Vorgaben tätig. Im Bereich der Kinder bis sechs Jahren sind dies kommunale, kirchliche, freie und private Träger, Elterninitiativen und Tagespflegepersonen. Die Städte und Gemeinden im Kreis Bergstraße sind hier Planungs- und Umsetzungsverantwortliche, der Kreis Bergstraße wiederum steht als Träger der öffentlichen Jugendhilfe und als Schulträger mit in der Verantwortung. Für die Angebote im Grundschulbereich handeln neben Kreis und Gemeinden das staatliche Schulamt, die Schulen selbst und vor allem auch die Fördervereine.
  • Abstimmungsproblematiken, unterschiedliche Rechtsnormen und Zuständigkeiten, noch nicht ausreichend entwickelte Kooperationen, offene Fragen der Finanzierung sind Problemstellungen, denen sich die Verantwortungsträger stellen müssen und für die es gilt, kreative und umsetzungsorientierte Lösungen zu finden.
  • Ein ganzheitliches Bildungsverständnis, in das soziales, emotionales und kulturelles Lernen integriert ist, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Frühkindliche Lernformen und Bildungsprozesse gelangen mehr in die öffentliche Diskussion. In diesen Kontext muss auch die Kinderbetreuung gestellt werden. Bildung, Betreuung und Erziehung müssen eine Einheit darstellen.

 

DER PROZESS

 

Der Kreis Bergstraße hat Eltern, Tagespflegepersonen, Vertreter und Vertreterinnen der Kommunen, der Fördervereine und Initiativen, der Kindertageseinrichtungen, der Schulen, der Schulbehörde, des Jugendamtes und die interessierte Öffentlichkeit zu regionalen Zukunftskonferenzen eingeladen.

 

Neben einer Darstellung des Betreuungsangebotes wurde in Arbeitsgruppen bezogen auf alle Standorte der darüber hinausgehende Bedarf und Ideen zur möglichen Umsetzung zusammengetragen. Die Ergebnisse der Konferenzen sind die Grundlage für das Konzept.

 

Insgesamt haben sieben regionale Zukunftskonferenzen stattgefunden, die als moderierte Veranstaltung in den frühen Abendstunden in der Zeit vom 20. Mai bis 18. Juni 2008 organisiert wurden.