Starkregen-Risikomanagement
Starkregen kann innerhalb kurzer Zeit zu überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern führen. Dies geschieht oft sehr lokal und schwer vorhersehbar. Genau hier setzt das neue Frühwarnsystem im Kreis Bergstraße an: Es erkennt Gefahren frühzeitig und warnt gezielt für betroffene Gebiete. So gewinnen Bürgerinnen und Bürger sowie Einsatzkräfte wertvolle Zeit, um sich vorzubereiten und Schäden zu reduzieren.
Warum ein Frühwarnsystem?
Durch den Klimawandel treten Starkregenereignisse häufiger und intensiver auf. Im Kreis Bergstraße begünstigt die Landschaft zwischen Odenwald und Ried zusätzlich schnelle, lokale Überflutungen. Klassische Wettervorhersagen stoßen hier oft an ihre Grenzen. Das digitale Frühwarnsystem ergänzt bestehende Warnstrukturen und ermöglicht eine deutlich genauere Einschätzung der Lage vor Ort.
Wie funktioniert das System?
Ein dichtes Netz aus Sensoren erfasst im gesamten Kreis kontinuierlich Niederschlag, Wasserstände und Bodenfeuchte. Die Daten werden in Echtzeit ausgewertet und mit aktuellen Wetterprognosen verknüpft. Auf dieser Grundlage entstehen kleinräumige Vorhersagen, die eine deutlich frühere und präzisere Einschätzung möglicher Gefahren erlauben und kritische Entwicklungen deutlich früher sichtbar machen.
Damit das möglichst zuverlässig passiert, nutzt das System künstliche Intelligenz: Es vergleicht laufend Regenradarbilder mit den Messwerten der Sensoren vor Ort und erzeugt daraus eine sehr kurzfristige Niederschlagsprognose. So lässt sich erkennen, ob Starkregen auf bestimmte Orte zukommt und ob der Regen dort voraussichtlich zu gefährlich ansteigenden Wasserständen oder Überflutungen führt oder unkritisch bleibt.
Das System ist lernfähig: Es vergleicht seine Berechnungen mit tatsächlichen Ereignissen und passt die Modelle laufend an. Dadurch werden die Prognosen mit der Zeit immer genauer und zuverlässiger.
Ihr konkreter Nutzen
Das Frühwarnsystem schafft einen entscheidenden Zeitvorteil im Ernstfall:
- Sie erhalten frühzeitig Warnungen für Ihre Umgebung.
- Sie können rechtzeitig Maßnahmen ergreifen (siehe Video, www.notfallvorsorge-bbk.de)
- Über ein öffentlich zugängliches Dashboard können Sie jederzeit aktuelle Daten einsehen, etwa zu Niederschlägen und Wasserständen.
Wichtig:
Warnungen erfolgen über bestehende und etablierte Kanäle wie Cell Broadcast, hessenWarn, KatWarn oder NINA. Eine zusätzliche App ist nicht erforderlich.
Unterstützung für Einsatzkräfte und Kommunen
Feuerwehr, Gefahrenabwehr und Leitstellen profitieren von präzisen Echtzeitdaten und lokalen Prognosen: Sie erhalten ein klareres Lagebild, können Gefahren früher erkennen und Einsätze gezielter planen. So lassen sich Warnungen an die Bevölkerung rechtzeitig auslösen, Einsatzkräfte – oft ehrenamtlich – gezielt einsetzen und Schäden für Gemeinden und Bürger verringern.
Auch Gewässerverband und Gemeinden gewinnen: Rückhalteanlagen und andere Schutzbauwerke können besser gesteuert werden. Kommunen erhalten zudem eine fundierte Grundlage für langfristige Maßnahmen zur resilienten Stadtentwicklung und zur Anpassung an den Klimafolgen.
Schrittweise Umsetzung
Das Frühwarnsystem wird kontinuierlich aufgebaut und erweitert. Erste Sensoren sind bereits im Einsatz, weitere folgen ab Herbst 2026. Bestehende Messnetze von Kommunen, Stadtwerken und Akteuren aus der Region können integriert werden. So wächst das System stetig weiter und verbessert seine Datengrundlage.

Wichtig zu wissen
Ein Frühwarnsystem kann Starkregen nicht verhindern. Es hilft jedoch, Gefahren früher zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. Der entscheidende Vorteil liegt im gewonnenen Zeitfenster: Es ermöglicht, Schutzmaßnahmen einzuleiten, Abläufe zu koordinieren und Schäden deutlich zu reduzieren. Weitere Informationen zum richtigen Verhalten im Ereignisfall finden Sie unter den nebenstehenden Links.
Gefördert durch:

Förderung des Projekts „Smarter Kreis Bergstraße – Umsetzung eines kreisweiten Starkregen-Risikomanagements“
Vorhaben: Smarter Kreis Bergstraße – Umsetzung eines kreisweiten Starkregen-Risikomanagements
Förderprogramm: „Starke Heimat Hessen“ gefördert durch das Land Hessen – Hessisches Ministeriums für Digitalisierung und Innovation
Laufzeit: 01.11.2025 bis 31.10.2027
Ziel: Aufbau eines kreisweiten Frühwarnsystems, das mithilfe vernetzter Sensorik und Künstlicher Intelligenz Echtzeit-Prognosen für Starkregen und Hochwasser ermöglicht. Ziel ist es, Einsatzkräften und Bürgerinnen und Bürgern frühzeitige, lokal präzise Warnungen bereitzustellen, sodass rechtzeitig Schutzmaßnahmen ergriffen werden können.
Partner: ekom21, Okeanos.ai




