Kreis Bergstraße (kb). Vom summenden Bienenvolk über reparierte Alltagsgegenstände bis hin zum jahrzehntelangen Einsatz für seltene Vogelarten: Der Umweltpreis 2025 des Kreises Bergstraße zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig und praxisnah Umweltschutz vor Ort gelebt wird. Für das Jahr 2025 wurden nun erneut engagierte Einzelpersonen, Vereine und eine Kindertageseinrichtung für ihren besonderen Einsatz in Natur- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Umweltbildung ausgezeichnet.
Der Umweltpreis wird seit 1987 alle zwei Jahre vergeben und würdigt Projekte und Initiativen aus dem gesamten Kreisgebiet. Diesmal gingen zwölf Bewerbungen bei der Unteren Naturschutzbehörde ein. Von Umweltmanagement im Betrieb bis hin zu frühkindlicher Umweltbildung deckten die Themen eine große Bandbreite ab. Die Urkunden und das Preisgeld in Höhe von insgesamt 3.000 Euro wurden auf Vorschlag einer Jury und Beschluss des Kreisausschusses an mehrere Preisträger übergeben.
„Wir haben nur diese eine Erde und auf dieser ist unendliches Wachstum weder möglich noch sinnvoll. Deshalb bedeutet Nachhaltigkeit auch, mit den vorhandenen Ressourcen vernünftig umzugehen und die Schöpfung zu bewahren. Schon bei Kindern wird der Grundstein hierfür gelegt. Deshalb freue ich mich besonders, dass auch eine Kindertagesstätte zu den diesjährigen Preisträgern zählt“, betonte der hauptamtliche Kreisbeigeordnete und für das Thema zuständige Dezernent Matthias Schimpf bei der Verleihung. „Ich gratuliere den Preisträgern und bedanke mich bei allen, die sich beworben haben. Denn klar ist: Auch Sie sind Sieger, weil sie sich aktiv mit Umweltthemen auseinandersetzen.“
Mit dem Umweltpreis 2025 ausgezeichnet wurde unter anderem Wolfgang Wenner aus Wald-Michelbach, der für sein jahrzehntelanges Engagement im Natur- und Umweltschutz eine Geldzuwendung von 1.000 Euro erhielt. Vorgeschlagen von BUND, NABU und dem Arbeitskreis heimischer Orchideen, engagiert er sich seit vielen Jahren insbesondere im Arten- und Biotopschutz, etwa beim Schutz von Eulen, Amphibien und Bibern sowie bei der Pflege wertvoller Lebensräume wie den Gebieten „Stillfüssel“, „Wolfsloch“ und der Orchideenwiese „Seckenrain“, deren guter Zustand maßgeblich seinem Einsatz zu verdanken ist.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Kindertageseinrichtung Kappesgärten in Bensheim, die für ihr Vorschulprojekt „Mit den Bienen durch das Jahr“ 750 Euro erhielt. Seit 2012 erleben Kinder dort in Kleingruppen die Welt der Honig- und Wildbienen unmittelbar und praxisnah. In Kooperation mit einem Imker werden Bienenvölker auf dem Kita-Gelände betreut, die Kinder übernehmen Verantwortung, lernen ökologische Zusammenhänge kennen und entwickeln früh ein Bewusstsein für Natur und Umwelt. Das Projekt verbindet Umweltbildung, Forschergeist und Gemeinschaft und ist fest im Kita-Alltag verankert.

Für seinen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung wurde zudem der Verein Repaircafé Bergstraße e. V. mit 750 Euro ausgezeichnet. Seit 2014 organisiert der Verein regelmäßig Repair-Cafés, bei denen defekte Alltagsgegenstände gemeinsam repariert statt weggeworfen werden. Damit leistet das Repaircafé einen konkreten Beitrag zur Abfallvermeidung im Sinne des „3R-Prinzips“ - Reduce, Reuse, Recycle - und fördert zugleich Wissenstransfer, Nachbarschaftshilfe und Umweltbewusstsein, auch bei Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Aktionstagen („Repair-Kids“).

Der Verein „Alte Burg“ aus Zwingenberg erhielt eine Geldzuwendung von 500 Euro für sein Engagement in Umweltbildung und Landschaftspflege. Seit seiner Gründung 2019 verbindet der Verein praktischen Naturschutz, etwa die ökologische Pflege von rund zwei Hektar Fläche an der nördlichen Bergstraße, mit Vortragsreihen, Informationsangeboten und öffentlicher Bildungsarbeit. Ziel ist es, Biodiversität zu fördern, die Kulturlandschaft zu erhalten und ökologische Zusammenhänge für die Bevölkerung erlebbar zu machen.

Ein besonderer Moment der Veranstaltung war die Verabschiedung von Stephan Schäfer aus Bensheim, der nach 24 Jahren aus seinem Ehrenamt als Kreisbeauftragter für Vogelschutz ausschied. Im Rahmen der Laudatio wurde ein Präsent übergeben. „Herr Schäfer war über viele Jahre hinweg ein verlässlicher Ratgeber, für Kommunen ebenso wie für Privatleute, praktisch rund um die Uhr erreichbar. Mit Fachwissen, Empathie und großem Engagement hat er den Vogelschutz im Kreis Bergstraße nachhaltig geprägt. Vielen Dank für diesen besonderen Einsatz“, würdigte Matthias Schimpf den Bensheimer. Auch künftig wird Stephan Schäfer dem Naturschutz als Mitglied des Naturschutzbeirats erhalten bleiben.

