Kreis Bergstraße (kb). Wenn im Ernstfall jede Minute zählt und unsichtbare Gefahren schnell erkannt werden müssen, kommt moderne Technik zum Einsatz. Dazu zählt unter anderem der sogenannte CBRN-Erkundungswagen, den der Kreis Bergstraße kürzlich erhalten hat. Das hochmoderne Einsatzfahrzeug des Bundes dient der Erkundung und Messung chemischer, biologischer, radioaktiver sowie nuklearer Gefahrenlagen und stellt einen wichtigen Baustein für den Zivil- und Katastrophenschutz sowie die allgemeine Gefahrenabwehr in der Region dar. Stationiert ist das Fahrzeug am Standort Bürstadt-Bobstadt.
„Der neue CBRN-Erkundungswagen ist ein bedeutender Gewinn für die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger“, betont Landrat Christian Engelhardt. „Er ermöglicht es, Gefahrenlagen noch schneller und präziser einzuschätzen und macht unseren Bevölkerungsschutz somit noch leistungsfähiger.“
Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein Einsatzmittel der neuesten Generation auf Basis eines Mercedes-Sprinter (519 KA 4×4) mit Allradantrieb und erhöhter Bodenfreiheit. Dadurch ist der CBRN-Erkundungswagen auch für Einsätze in schwierigem Gelände geeignet. Ausgestattet mit modernster Messtechnik können Luft-, Wasser- und Bodenproben entnommen und direkt ausgewertet werden. Eine integrierte Datenübertragung per Mobilfunk oder Satellit erlaubt zudem den schnellen Austausch mit anderen Messfahrzeugen und sorgt für eine effiziente Lageerkundung im Einsatzfall.
Die Beschaffung des Fahrzeugs ist Teil einer umfassenden Modernisierung des zivilen Bevölkerungsschutzes, die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) koordiniert wird. Insgesamt werden in diesem Rahmen 521 baugleiche Fahrzeuge angeschafft, von denen 518 an die Länder und drei an das BBK gehen. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 162 Millionen Euro, die Kosten pro Fahrzeug liegen bei etwa 311.000 Euro.
Im Kreis Bergstraße wird der CBRN-Erkundungswagen durch speziell ausgebildete ehrenamtliche Einsatzkräfte der Feuerwehren der Stadt Bürstadt besetzt. Neben der regulären feuerwehrtechnischen Ausbildung sind zusätzliche Lehrgänge im Bereich „Gefahrstoffe“ erforderlich. Die Messeinheit kommt unter anderem bei Gasaustritten, Gefahrgutunfällen, Großbränden oder anderen Schadstofflagen zum Einsatz und kann sowohl im Kreisgebiet als auch bei überörtlichen Einsätzen angefordert werden.
Ergänzt wird der neue Erkundungswagen durch ein weiteres Landesfahrzeug mit vergleichbarer Messtechnik, das das Land Hessen dem Landkreis für den Katastrophenschutz zur Verfügung stellt und ebenfalls durch die Feuerwehren der Stadt Bürstadt besetzt wird. Gemeinsam bilden beide Fahrzeuge eine leistungsfähige CBRN-Messeinheit mit derzeit 18 speziell geschulten Einsatzkräften und leisten einen wichtigen Beitrag zur Gefahrenabwehr und Vorsorge im Kreis Bergstraße.

