Zeitungsstapel vor hellem Hintergrund

Schutz gegen Krebs: Der 4. März ist der Welt-HPV-Tag


Kreis Bergstraße (kb). Laut Paul-Ehrlich-Institut verursachen Humane Papillomviren (HPV) jedes Jahr etwa 10.000 Krebsneuerkrankungen in Deutschland, davon etwa 6.250 bis 7.000 bei Frauen und circa 1.600 bis 2.900 bei Männern. Hier kommt es vorwiegend zu Fällen von Gebärmutterhals- und Analkrebs, aber auch zu Karzinomen im Intimbereich sowie in der Mund-, Rachen- und Nasenschleimhaut. Viele von diesen Erkrankungen hätten vermutlich verhindert werden können. Denn: Seit fast zwei Jahrzehnten gibt es eine gut verträgliche Impfung gegen diese Viren. Hierauf will der Welt-HPV-Tag aufmerksam machen, der jährlich am 04. März stattfindet. 

Die Schutzimpfung gegen Humane Papillomviren wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) seit 2007 für Mädchen und seit 2018 für Jungen ab dem Alter von neun Jahren empfohlen. Bundesweit waren im Jahr 2024 laut Robert-Koch-Institut bundesweit 55 Prozent der Mädchen und 36 Prozent der Jungen im Alter von 15 Jahren vollständig gegen HPV geimpft. Im Kreis Bergstraße liegen die Zahlen mit 58 Prozent bei Mädchen und 38 Prozent bei Jungen etwas höher. Doch diese Anteile sind für einen flächendeckenden Schutz nach wie vor nicht ausreichend. 

Der Kreis Bergstraße startete bereits 2015 intensiv mit Aufklärungsmaßnahmen zur HPV-Impfung. Unter anderem wurde ein Modellprojekt an Schulen gestartet, an denen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte die Eltern bei Aufklärungsveranstaltungen über die Chancen und Risiken einer HPV-Impfung informierten. Danach bestand das freiwillige Angebot zur Impfung direkt in diesen Schulen. Dies wurde gut angenommen. Auch die regionale, überdurchschnittliche HPV-Impfquote lässt auf einen Erfolg dieser Aktivitäten des Kreises schließen. 

„Aufklärung ist hier das A und O“, betont die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Angelika Beckenbach. „Wichtig ist zudem Zusammenarbeit. Denn nur dank einer Allianz aus Sozial- und Gesundheitsministerium, Kultusministerium, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Landesärztekammer, dem Landratsamt, dem Schulamt, dem Bundesverband der Frauenärzte sowie dem Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte ist die erfolgreiche Umsetzung so einer der HPV-Kampagne möglich.“ So nahmen bis zur Corona-Pandemie 23 Bergsträßer Schulen an dem freiwilligen Informations- und Impfangebot teil. Nach dem Ende der Pandemie wurde das Projekt vom Bergsträßer Gesundheitspräventionsteam und den Kooperationspartnern neu etabliert. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Partnern einen Beitrag zur Gesundheit der jungen Generation zu leisten. Dies gelingt, da Geimpfte keine Virenträger sind und damit keine anderen Menschen mehr infizieren können“, so Angelika Beckenbach weiter. 

Auch im Rahmen der regelmäßig stattfindenden YOLO-Days (von der Kreisverwaltung veranstaltete Gesundheitsaktionstag an Schulen) informiert der langjährige Kooperationspartner des Kreises, die Lokalgruppe „Impf Dich“ der Uni Heidelberg, Schülerinnen und Schüler in interaktiven Lerneinheiten über Infektionskrankheiten, Immunologie und Impfungen. Das Ziel ist es dabei, Jugendliche, die bald vor ihrer ersten eigenen Impfentscheidung stehen werden, über verschiedene Aspekte von Impfungen (wie der gegen HPV) zu informieren. 

 

Lfd. Nr. 058 / 2026