Zeitungsstapel vor hellem Hintergrund

Nachwuchs gewinnen, Versorgung sichern


Kreis Bergstraße (kb). Die 23. Lokale Gesundheitskonferenz des Kreises Bergstraße, zu der die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Angelika Beckenbach einlud, fokussierte diesmal die medizinische Nachwuchssicherung. Der Kreis Bergstraße kooperiert mit den Universitäten Heidelberg, Mannheim und Frankfurt, um Medizinstudierenden die Landarzttätigkeit und frühzeitig die Möglichkeiten innerhalb des Kreisgebiets aufzuzeigen. Auch die hiesigen Praxen profitieren von Kooperationen, durch frühzeitige Einbindung des medizinischen Nachwuchses.

„Eine verlässliche medizinische Versorgung beginnt mit einer starken Nachwuchsförderung. Indem wir Medizinstudierenden frühzeitig Einblicke in die Arbeit vor Ort ermöglichen und attraktive Rahmenbedingungen schaffen, stärken wir langfristig die Gesundheitsversorgung im Kreis Bergstraße. Unser Ziel ist es, junge Ärztinnen und Ärzte für unsere Region zu begeistern und ihnen hier eine berufliche Perspektive zu eröffnen“, so die Erste Kreisbeigeordnete Angelika Beckenbach.

Den Auftakt der Konferenz machte Prof. Dr. Svetla Loukanova von der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. Sie stellte die Akkreditierung neuer Lehrpraxen vor und erläuterte, welche Rolle diese im Medizinstudium spielen. Der Kreis Bergstraße kooperiert bereits seit 2017 mit der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. Medizinstudierenden, die ihr Blockpraktikum in einer Lehrpraxis im Kreis absolvieren, werden Fahrt- und Übernachtungskosten erstattet. Lehrpraxen ermöglichen Medizinstudierenden einen praxisnahen Einblick in den ärztlichen Alltag und erhalten gleichzeitig die Möglichkeit, frühzeitig mit dem medizinischen Nachwuchs in Kontakt zu kommen.

Im Anschluss stellte Dr. Kristina Hoffmann von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg die Vorteile der universitären Kooperation für Praxen vor. Der Austausch mit Studierenden bringe aktuelle Leitlinien und wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in den Praxisalltag. Gleichzeitig profitieren Studierende von der langjährigen Erfahrung niedergelassener Ärztinnen und Ärzte. So entsteht ein lebendiger Wissenstransfer – und oft auch der erste Schritt zu einer späteren Tätigkeit in der Region.

Interessierte Praxen, die eine Akkreditierung als Lehrpraxis anstreben oder sich zunächst unverbindlich informieren möchten, können sich formlos an die Ansprechpersonen der entsprechenden Institute oder an den Fachbereich Gesundheitsversorgung des Kreises Bergstraße unter gesundheitsversorgung@kreis-bergstrasse.de wenden.

Einen Überblick über den aktuellen Stand der Landarztquote sowie das Projekt „Hessen I Land I Medizin“ (HeLaMed) gab Dr. Linda Seeger. Das Programm der medizinführenden Universitäten in Hessen (Frankfurt, Marburg und Gießen) eröffnet geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern einen Studienplatz in der Humanmedizin unabhängig von der Abiturnote. Im Gegenzug verpflichten sich die Studierenden, nach ihrem erfolgreichen Abschluss zehn Jahre lang in einer Region mit besonderem Versorgungsbedarf in den Fachrichtungen Allgemeinmedizin, der Kinder- und Jugendmedizin oder im öffentlichen Gesundheitsdienst zu arbeiten.

Einen weiteren wichtigen Baustein der Nachwuchsförderung stellte Jennifer Jarke, Fachbereichsleitung Gesundheitsversorgung des Kreises Bergstraße, vor: den Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin Bergstraße. Seit seiner Gründung im Jahr 2017 hat sich ein Netzwerk aus Praxen und Gesundheitseinrichtungen entwickelt, das mittlerweile über 38 Mitglieder umfasst und damit zu den größten Verbünden dieser Art in Hessen zählt. Auf der neuen Website des Weiterbildungsverbunds finden Interessierte zahlreiche Informationen auf einen Blick: https://weiterbildungsverbund-bergstrasse.de/.

Die nächste Lokale Gesundheitskonferenz ist für Herbst dieses Jahres geplant.