Kreis Bergstraße (kb). Der Kreis Bergstraße baut seine Bildungslandschaft weiter aus: Mit dem Schülerforschungszentrum Bergstraße Südhessen entsteht ein neuer außerschulischer Bildungsort für Neugier, Ideen und wissenschaftliche Entdeckungen. Kinder und Jugendliche aus dem Kreis Bergstraße sollen hier künftig eigene Forschungsprojekte entwickeln, experimentieren und ihre Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik ausleben können. Landrat Christian Engelhardt unterzeichnete vor Kurzem gemeinsam mit den Geschäftsführern der InfectoPharm Arzneimittel und Consilium GmbH, Dr. Anna Gilster und Michael Gilster, den ersten Sponsoringvertrag für das Zentrum.
„Ich bin richtig stolz auf das Schülerforschungszentrum Bergstraße Südhessen. Es ist ein echtes Herzensprojekt und ein Leuchtturm für unsere Region“, betonte Engelhardt. Das Zentrum soll jungen Menschen ermöglichen, sich unabhängig von ihrer Schulform intensiv mit wissenschaftlichen Fragestellungen zu beschäftigen.
Als erster Partner unterstützt das in Heppenheim ansässige Unternehmen InfectoPharm das Projekt mit der Ausstattung eines Schülerlabors – dem InfectoPharmLab. Das Unternehmen stellt aber nicht nur die Erstausstattung für das Labor bereit, sondern finanziert zudem für die kommenden fünf Jahre ein jährliches Workshopangebot. InfectoPharm ist damit das erste und bislang einzige Unternehmen, das das Schülerforschungszentrum finanziell unterstützt.
Das Schülerforschungszentrum ist als eigenständiger außerschulischer Bildungsort konzipiert. Vormittags wird es Workshops und Programme für Schulklassen aus dem Kreis Bergstraße geben. Nachmittags, an Wochenenden sowie in den Ferien können junge Menschen die Räume nutzen, um eigene Projekte zu entwickeln und wissenschaftlich zu arbeiten – zum Beispiel im Rahmen von „Jugend forscht“. „Vielleicht kommt die nächste Marie Curie oder der nächste Werner von Siemens aus dem Kreis Bergstraße und entdeckt seine oder ihre Begeisterung für Wissenschaft hier in Bensheim“, beschreibt Landrat Engelhardt seine Vision.
Gerade mit Blick auf zentrale Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Energie und Nachhaltigkeit gewinnt die Förderung naturwissenschaftlicher Kompetenzen zunehmend an Bedeutung. Das Schülerforschungszentrum soll deshalb nicht nur Talente entdecken, sondern auch langfristig dazu beitragen, qualifizierte Fachkräfte in der Region Südhessen auszubilden und zu binden.
Der erste und bislang einzige Sponsor des Schülerforschungszentrums, InfectoPharm, ist stark an der Bergstraße verwurzelt. Die Eltern von Anna Gilster gründeten das auf Pädiatrie, Dermatologie, HNO und Infektiologie spezialisierte Pharmaunternehmen 1988 in Weinheim. Seit 1998 befindet sich der Hauptsitz in Heppenheim. Das Unternehmen mit 300 Mitarbeitenden hat seinen Ursprung in der Kinder- und Jugendmedizin und ist in diesem Bereich auch weiterhin besonders engagiert. Seine Mitarbeitenden zeichnet aus, dass sie zu 60 Prozent weiblich sind und zu 54 Prozent Akademikerinnen und Akademiker.
„Wir sind hier in der Region groß geworden, haben unser Unternehmen erfolgreich ausgebaut und haben vom attraktiven Standort profitiert – da ist es uns wichtig, auch etwas zurückzugeben“, erklärte Gesellschafterin Dr. Anna Gilster. „Mein Wunsch ist es Kinder, insbesondere junge Mädchen, für MINT-Themen zu begeistern und einen offenen kreativen Ort für eigene Projekte und erste Forschungen zu schaffen.“
Auch Geschäftsführer Michael Gilster sieht große Chancen in der Förderung junger Talente, denn wenn das Schülerforschungszentrum Kinder und Jugendliche für MINT-Themen begeistert, profitierten vor allem die Bergsträßer Unternehmen. Deshalb unterstützt InfectoPharm das berufsorientierende Workshopprogramm nochmal besonders.
„Wissenschaft macht Träume und Innovationen möglich“, so Christian Engelhardt. „Wir müssen in Deutschland mehr Exzellenz fördern. Unser Schülerforschungszentrum ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“
Die ersten Anmeldungen für das Programm und Workshops des Schülerforschungszentrums werden voraussichtlich noch vor den Sommerferien möglich sein.

