Kreis Bergstraße (kb). Steigende Temperaturen stellen auch Schulen vor neue Herausforderungen. Während lange bewusst auf Klimaanlagen verzichtet wurde, wird nun angesichts der massiv erhöhten Temperaturen in den Sommermonaten geprüft, ob dies machbar und finanzierbar wäre. In einem zweiten Schritt müssten dann die politischen Gremien darüber entscheiden. – Doch auch bislang begegnete der Kreis dieser klimatischen Entwicklung mit einem klaren Kurs und setzte nachhaltige, bauliche und technische Lösungen um, um die Raumtemperaturen sowie die Sonneneinstrahlung auf dem Gelände zu senken. Grundlage war das politisch verankerte Klimaschutzkonzept, das eine Klimatisierung der Gebäude aktuell ausschließt. Denn Ziel der Kreisverwaltung ist es stets, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften bestmögliche Lernbedingungen zu bieten.
„Wir müssen gute Lernbedingungen, Klimaschutz und Klimaanpassung zusammen denken. Klimaanlagen wären kurzfristig wirksam, würden aber unseren Energieverbrauch deutlich erhöhen. Dies ließe sich zum Teil über PV-Anlagen kompensieren, die wir in zunehmenden Maße auf unseren Schulgebäuden installiert haben. Wir setzen in jedem Fall auf nachhaltige Maßnahmen, die langfristig wirken“, betont Landrat Christian Engelhardt.
Im Mittelpunkt steht dabei unter anderem der Sonnenschutz: Bei Neubauten gehört außenliegender Sonnenschutz inzwischen zum Standard. Bestehende Schulen werden schrittweise nachgerüstet – selbst bei denkmalgeschützten Gebäuden. Sechs dieser Schulen - Goetheschule Viernheim, Schillerschule Lampertheim, Schillerschule Viernheim, Hemsbergschule Bensheim, Kirchbergschule Bensheim, Schloßbergschule Auerbach - konnten bereits entsprechend ausgestattet werden, teilweise inklusive neuer Fenster.
Auch die Schulhöfe werden gezielt angepasst. Marktschirme und Sonnensegel sorgen für zusätzlichen Schatten, während bestehende Bäume bewusst erhalten werden, um das natürliche Mikroklima zu verbessern. Technisch unterstützen moderne Lüftungsanlagen die Abkühlung der Gebäude, insbesondere über Nacht. Sie werden bei Neubauten und größeren Sanierungen standardmäßig eingeplant.
Klar ist jedoch auch: Bei extremer Sommerhitze stoßen diese Maßnahmen an ihre Grenzen. Klimaanlagen könnten hier zusätzlich helfen. Der Kreis setzt konsequent auf einen Ausgleich zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung – und auf nachhaltige und effektive Lösungen für die Schulen von morgen.

