Zeitungsstapel vor hellem Hintergrund

Zwischen Haltung, Verantwortung und Sinn


Kreis Bergstraße (kb). Was gibt Menschen Halt, wenn der Arbeitsalltag herausfordernd wird? Welche Werte tragen Entscheidungen, Zusammenarbeit und Verantwortung? Diesen und weiteren Fragen widmete sich das jüngste Interreligiöse Dialogforum des Kreises Bergstraße unter dem Titel „Beruf – Berufung – Bekenntnis: Der Glaube als Kraftquelle im Leben“. Eingeladen hatten die Stabsstelle Integrationsbeauftragte des Kreises Bergstraße und die Initiative „Vielfalt. Jetzt!“ – als Beitrag zum Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“.

„Die Arbeit ist ein Raum, in dem existenzielle Grundfragen und persönliche Werte ihren Platz haben. Gerade in einer von Wandel und Digitalisierung geprägten Arbeitswelt kann Glaube eine wichtige Kraftquelle sein: Er gibt dem Handeln Sinn, fungiert als ethischer Kompass und stärkt die eigene Resilienz – so verbindet sich Beruf mit Berufung zu einem ganzheitlichen Verständnis von Arbeit“, betonte Landrat Christian Engelhardt.

Bereits zum Auftakt machte die Integrationsbeauftragte des Kreises Bergstraße, Viktoriya Ordikhovska und Manfred Forell, Gründer der Initiative „Vielfalt. Jetzt!“, deutlich, worum es bei der seit 2021 etablierten Reihe geht: Brücken zwischen den regionalen Glaubensgemeinschaften zu bauen, gemeinsame Werte sichtbar zu machen und den respektvollen Austausch zu fördern. Gerade in einer vielfältigen Region wie dem Kreis Bergstraße schafft das Forum Raum für Begegnung, für Fragen und für das, was Menschen über religiöse und weltanschauliche Unterschiede hinweg miteinander verbindet.

Den inhaltlichen Impuls setzte Referent und Moderator Titus Möllenbeck. Der Diplom-Theologe und -Pädagoge spannte den Bogen von der persönlichen Sinnsuche bis hinein in den Berufsalltag. Orientierung, Sinn, Hoffnung und Gemeinschaft beschrieb er als zentrale Ressourcen, die aus religiösen Überzeugungen erwachsen können. Als Leitgedanken für den Abend zählten vor allem die Begegnung auf Augenhöhe, verantwortungsvolles Handeln und die Bereitschaft, Spannungen konstruktiv auszuhalten.

Im anschließenden Podiumsgespräch berichteten ein Betriebsleiter, eine Gemeindereferentin sowie eine Beratungs- und Förderlehrerin aus ihrer beruflichen Praxis. Dabei ging es unter anderem um Führungsverhalten, Fürsorge in Ausnahmesituationen und die Frage, wie jungen Menschen Orientierung gegeben werden kann, ohne zu missionieren. Auch Herausforderungen wurden offen angesprochen – etwa der Umgang mit unterschiedlichen Wertvorstellungen in Teams oder die Balance zwischen persönlichem Bekenntnis und professioneller Rolle. Einig waren sich die Teilnehmenden darin, dass gelebte Werte wie Respekt, Verantwortung und Solidarität Vertrauen schaffen und Zusammenarbeit erleichtern.

Der offene Austausch mit dem Publikum zeigte, wie aktuell das Thema ist. Viele Teilnehmende nutzten den Ausklang für weiterführende Gespräche. Damit bestätigte das Dialogforum erneut seinen Anspruch: Unterschiede benennen, Gemeinsamkeiten stärken und den Blick darauf richten, was Menschen im Alltag zusammenhält. Weitere Informationen zu den Angeboten der Stabsstelle Integrationsbeauftragte gibt es unter https://www.kreis-bergstrasse.de/unser-buergerservice/auslaender-und-asyl/integration/.