Zeitungsstapel vor hellem Hintergrund

Digitale Antragstellung mit zusätzlicher Unterstützung


Kreis Bergstraße (kb). Ein fehlendes Dokument, ein veralteter Ausweis oder ein versehentlich falsch hochgeladenes Foto können die Antragsbearbeitung schnell verzögern. Um Antragstellende bereits vor dem Absenden ihres digitalen Antrags besser zu unterstützen, hat die Ausländerbehörde des Kreises Bergstraße nun ausgewählte Online-Antragsstrecken im Programm „Aufenthalt Digital“ um eine KI-gestützte Dokumentenprüfung erweitert. Diese steht zunächst bei Anträgen auf Aufenthaltstitel für Ausbildung, Erwerbstätigkeit und familiäre Gründe sowie bei Anträgen auf eine Niederlassungserlaubnis zur Verfügung.

„Mit der KI-gestützten Dokumentenprüfung machen wir einen weiteren Schritt hin zu einer noch moderneren, nutzerfreundlicheren Verwaltung. Gerade in der Ausländerbehörde sind vollständige und korrekte Unterlagen entscheidend, damit Anträge zügig bearbeitet werden können. Wenn digitale Lösungen Antragstellende dabei unterstützen und zugleich Abläufe in der Verwaltung erleichtern, profitieren am Ende alle Seiten“, betont Landrat Christian Engelhardt.

Auch der hauptamtliche Kreisbeigeordnete und für die Ausländerbehörde zuständige Dezernent Matthias Schimpf hebt den praktischen Nutzen hervor: „Die neue Funktion gibt Antragstellenden mehr Orientierung im Verfahren. Sie zeigt frühzeitig, wo Angaben oder Dokumente möglicherweise nicht zusammenpassen, ohne den Menschen die Entscheidung aus der Hand zu nehmen.“

Die neue Funktion prüft auf Wunsch der antragstellenden Person, ob hochgeladene Unterlagen zu den Angaben im Online-Antrag passen. Dabei wird zunächst erkannt, ob es sich um das erwartete Dokument handelt. Anschließend werden relevante Angaben ausgelesen und mit den zuvor eingetragenen Daten abgeglichen – etwa Vor- und Nachname. So kann das System beispielsweise darauf hinweisen, wenn ein falsches Foto hochgeladen wurde oder persönliche Angaben nicht mit einem vorgelegten, möglicherweise nicht mehr aktuellen Identitätsdokument übereinstimmen.

Vor dem Versand des Antrags erhalten Nutzerinnen und Nutzer einen Hinweis, ob ihre Angaben schlüssig sind und an welcher Stelle gegebenenfalls Nachbesserungen möglich sind. Sie entscheiden anschließend selbst, ob sie ihre Eingaben ändern oder den Antrag unverändert absenden möchten. Die Nutzung der KI-gestützten Dokumentenprüfung ist freiwillig; aus einer Nichtnutzung entstehen keine Nachteile für den Antrag. Über den Antrag selbst entscheidet weiterhin ausschließlich die Ausländerbehörde des Kreises Bergstraße.

Auch der Datenschutz ist dabei klar geregelt: Die KI nutzt die Daten ausschließlich innerhalb des jeweiligen Online-Dienstes und nur für die Dokumentenprüfung. Die Prüfergebnisse werden mit dem Absenden des Antrags unwiderruflich gelöscht und nicht an Dritte weitergegeben. Die Kontrolle über den Antrag bleibt jederzeit bei der antragstellenden Person.

Die Erweiterung ist Teil des bundesweit eingesetzten Programms „Aufenthalt Digital“. Dieses umfasst insgesamt zehn Online-Dienste, über die Aufenthaltstitel für unterschiedliche Aufenthaltszwecke und weitere aufenthaltsrechtliche Leistungen digital beantragt werden können. Die Dienste sind mehrsprachig angelegt und ermöglichen zudem, dass Ausländerbehörden nach Antragseingang Informationen oder Unterlagen digital nachfordern können.