Zeitungsstapel vor hellem Hintergrund

Für Groß-Einsätze: Kreis übergibt Sonderanhänger-Sanität an Malteser Heppenheim


Kreis Bergstraße (kb). Im Katastrophenfall ist die schnelle und fachgerechte Hilfe lebensrettend. Um dies zu gewährleisten, müssen ausreichend unterstützende Mittel zur Verfügung stehen, wie mobile Sanitätsstationen. Landrat Christian Engelhardt hat deshalb kürzlich einen neuen Sonderanhänger-Sanität (SDAH-San) an die Malteser in Heppenheim übergeben. Mit dem Anhänger stärkt der Landkreis seine Vorsorge für überörtliche Großschadenslagen, Katastrophen und den so genannten Massenanfall von Verletzten (MANV) – insbesondere zur schnellen medizinischen Versorgung direkt an der Einsatzstelle. Der Anhänger ersetzt einen defekten Anhänger und ist in dieser Aufbauart der erste und einzige im Landkreis. 

„Ehrenamtliche sowie hauptberufliche Rettungs-, Hilfe- und Einsatzkräfte sind eine unverzichtbare Säule für unsere Gesellschaft. Sie leisten Arbeit, die nicht nur körperlich, sondern auch mental sehr kräftezehrend ist. Dafür verdienen sie meinen größten Respekt und meine Anerkennung. Vielen Dank für Ihren Einsatz!“, lobt Landrat Christian Engelhardt. „Wir unterstützen hier sehr gern durch das Zurverfügungstellen von Hilfsmitteln.“

Der SDAH-San wurde im Auftrag der Abteilung Gefahrenabwehr des Kreises Bergstraße im Rahmen eines öffentlichen Vergabeverfahrens im Jahr 2024 ausgeschrieben und konnte 2025 beim Ausbauhersteller Feig (Rheinland-Pfalz) übernommen werden. Als Träger des öffentlichen Rettungsdienstes nach dem Hessischen Rettungsdienstgesetz und als Aufgabenträger für den Katastrophenschutz nach dem Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz muss der Kreis für größere Einsatzlagen vorbeugende Maßnahmen treffen. Der neue Anhänger ist ein wichtiger Baustein in diesem Konzept.

So wird der Anhänger eingesetzt, wenn viele Verletzte gleichzeitig versorgt werden müssen – beispielsweise bei größeren Verkehrsunfällen, Bränden oder anderen Schadensereignissen. Bis zu zehn Patientinnen und Patienten, davon fünf leicht-, drei mittelschwer- und zwei schwerverletzte Personen, können vor Ort gleichzeitig medizinisch behandelt und betreut werden, bis sie mit geeigneten Transportmitteln in umliegende Kliniken oder andere Behandlungseinrichtungen gebracht werden können. Ziel ist es, medizinische Einrichtungen zu entlasten und den koordinierten Abtransport in passende Krankenhäuser zu unterstützen.

Dafür stehen unter anderem ein Pavillon, ein Notstromaggregat mit Beleuchtung, Krankentragen, medizinische Behandlungsausrüstung sowie Spine-Boards zur Rettung und patientenschonenden Stabilisierung zur Verfügung.

Der Anhänger wird künftig in Heppenheim vorgehalten. Grundlage ist der Rettungsdienstplan des Kreises Bergstraße, der für das MANV-Konzept die Vorhaltung von drei Schnelleinsatzgruppen (SEG) vorsieht: durch die Malteser Heppenheim, die Johanniter Viernheim und das DRK Bensheim. Die Malteser Heppenheim übernehmen dabei eine SEG und verfügen über die ehrenamtlichen Einsatzkräfte mit der erforderlichen Fachausbildung, um den Anhänger im Einsatzfall schnell und effektiv nutzen zu können.

Die Gesamtkosten für Anhänger, Ausbau und Beladung belaufen sich auf 45.000 Euro. Die Finanzierung erfolgte vollständig aus Kreismitteln.