Zeitungsstapel vor hellem Hintergrund

Darmkrebs ist vermeidbar!: Informationen, Austausch und Prävention


Kreis Bergstraße (kb). Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen und die dritthäufigste bei Männern. Jährlich sterben mehr als 22.000 Menschen an den Folgen der Krankheit. Dank verbesserter Vorsorgeangebote gibt es jedoch eine positive Entwicklung: Sowohl die Zahl der Neuerkrankungen als auch die Sterblichkeit sinken seit Jahren kontinuierlich. Um diesen Trend weiterhin zu befeuern,informierten die Erste Kreisbeigeordnete Angelika Beckenbach, das Präventionsteam des Kreises sowie Experten des Kreiskrankenhauses und ein ehemaliger Darmkrebs-Patient in einem Pressegespräch über Darmgesundheit, Vorsorge und Möglichkeiten zur Risikominimierung.

„Prävention kann Leben retten – und angesichts der weiterhin hohen Erkrankungszahlen ist es besonders wichtig, sie ernst zu nehmen. Da mittlerweile auch jüngere Menschen von Darmkrebs betroffen sein können, setzen unsere Präventionsangebote bereits in den Schulen an. Unser Ziel ist es, frühzeitig einen Zugang zum Thema zu schaffen, Wissen zu vermitteln und Raum für Fragen zu bieten – auch für solche, die viele beschäftigen, die aber kaum offen angesprochen werden“, betont die Erste Kreisbeigeordnete Angelika Beckenbach.

Darmkrebs entsteht in den meisten Fällen aus zunächst gutartigen Veränderungen der Darmschleimhaut, sogenannten Polypen, die sich über Jahre hinweg zu bösartigen Tumoren entwickeln können. „Daher sind Vorsorgeuntersuchungen, wie eine Darmspiegelung, essenziell. Hier können Vorstufen erkannt und entfernt werden, bevor überhaupt Krebs entsteht. Entscheidend ist eine gute Pathologie, die die Gewebeproben fundiert untersuchen kann, um festzustellen, ob es sich bereits um einen Tumor handelt“, erklärte der Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Kreiskrankenhauses Bergstraße, Prof. Dr. Phillip Knebel beim Gespräch. „Darmkrebs kann durch Darmspiegelungen komplett verhindert werden“, bestätigt auch PD Dr. Uwe Seitz, Chefarzt für Innere Medizin des Kreiskrankenhauses Bergstraße. Darmspiegelungen werden bei Frauen ab 55 Jahren und bei Männern ab 50 Jahren empfohlen.

Am Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim gibt es mit dem Darmzentrum Bergstraße ein spezialisiertes Kompetenzzentrum. Dort arbeiten verschiedene medizinische Fachbereiche eng zusammen, um Patientinnen und Patienten umfassend zu diagnostizieren und individuell zu behandeln. Zum Einsatz kommen unter anderem endoskopische Untersuchungen, Biopsien sowie bildgebende Verfahren. Mehr Informationen zum Darmzentrum gibt es unter https://www.kkh-bergstrasse.de/medizinische-abteilungen/innere-medizin-i/darmzentrum-bergstrasse-dzb.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren für Darmkrebs zählen Bewegungsmangel, Rauchen, Alkoholkonsum und der häufige Verzehr von rotem Fleisch. Entsprechend setzt Prävention vor allem bei einem gesunden Lebensstil an: Ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können das Erkrankungsrisiko deutlich senken. Besonders Menschen mit familiärer Vorbelastung sollten aufmerksam sein – bei rund 30 Prozent der Darmkrebserkrankten traten beziehungsweise treten Darmpolypen oder Darmkrebs bei anderen Familienmitgliedern auf. In diesen Fällen wird empfohlen, Vorsorgeuntersuchungen wie die Darmspiegelung frühzeitig wahrzunehmen. Hier ist zunächst ein Gespräch mit dem Hausarzt empfohlen.

„Mein herzlicher Dank gilt unseren Experten sowie dem Patienten, der seine Krankheitsgeschichte so offen geschildert und eindrücklich dafür geworben hat, Prävention ernst zu nehmen. Ich möchte deshalb noch einmal die Bedeutung eines gesunden Lebensstils und regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen hervorheben“, so Dezernentin Angelika Beckenbach abschließend.