Kreis Bergstraße (kb). Pubertät, Trennung, Ängste: Ein Kind zu erziehen, ist nicht immer leicht. Die Beratungsstelle Lampertheim, die zum Jugendamt des Kreises Bergstraße gehört, unterstützt Eltern und Erziehungsverantwortliche im Ried seit nunmehr 40 Jahren bei diesen und vielen weiteren Fragen und Herausforderungen. Im Mittelpunkt der Jubiläumsfeier standen neben der Bedeutung der Beratungsstellen insbesondere der fachliche Austausch und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen.
„Seit 40 Jahren ist die Beratungsstelle in Lampertheim eine verlässliche Anlaufstelle für Familien, Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten mit großer Fachlichkeit, Empathie und Engagement einen unschätzbaren Beitrag für das soziale Miteinander in unserem Kreis. Gerade in einer Zeit, in der die Herausforderungen für Familien spürbar zunehmen, ist diese Arbeit wichtiger denn je“, betonte die Erste Kreisbeigeordnete und Jugenddezernentin Angelika Beckenbach.
Neben der Begrüßung der Gäste fand ein Fachvortrag von Dr. Claus Koch statt. Der Experte für Entwicklungspsychologie sprach zum Thema „Geborgenheit, Bindung und Resonanz – die Entstehung von Weltoffenheit beim Kind“. Im Fokus stand die Bedeutung einer sicheren emotionalen Bindung ab dem ersten Lebenstag als Grundlage für Weltoffenheit und psychische Stabilität. Am Nachmittag öffnete die Beratungsstelle zudem ihre Türen für interessierte Besucherinnen und Besucher.
Zu den Kernaufgaben der für Beratung und Therapie ausgebildeten Fachkräfte gehören die Erziehungsberatung, die Beratung bei Partnerschafts-, Trennungs- und Scheidungsfragen sowie die Unterstützung bei der Ausübung der Personensorge und des Umgangsrechts. Eltern können sich beispielsweise bei Fragen zum familiären Zusammenleben, zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, bei Problemen innerhalb der Familie, Trennung und Scheidung sowie bei Verhaltensauffälligkeiten oder psychischen Belastungen an die Beratungsstelle wenden. Zusätzlich besteht eine Außenstelle in Viernheim.
Seit der Corona-Pandemie ist ein deutlicher Anstieg der Beratungsanfragen sowie eine zunehmende Komplexität der Problemlagen in vielen Familien zu verzeichnen. Im Jahr 2025 stieg die Zahl der neu angemeldeten Klientinnen und Klienten auf 614 (2024: 565). Insgesamt boten die Beratungsfachkräfte im Jahr 2025 Beratung für 836 Klientinnen und Klienten an. Das Beratungsangebot ist freiwillig, vertraulich und kostenfrei.
Weitere Informationen zur Beratungsstelle gibt es hier: https://www.kreis-bergstrasse.de/unser-buergerservice/familie-jugend-senioren/familienbegleitende-dienstleistungen/erziehungsberatungsstellen/.

