Kreis Bergstraße (kb). Bunte Verpackungen, süße Aromen, moderne Designs: Viele Tabak- und Nikotinprodukte kommen heute nicht mehr grau und abschreckend daher, sondern wirken wie Lifestyle-Produkte. Deshalb machen verschiedene Akteure am Weltnichtrauchertag ( 31. Mai) auf die Risiken von Zigaretten, E-Zigaretten, Vapes und Nikotinbeuteln (auch Oraltabak oder Snus genannt) aufmerksam. Der Aktionstag steht 2026 unter dem Motto „Entlarve die Verlockung – gegen Tabak- und Nikotinsucht“. Ziel ist es, über die gesundheitlichen Gefahren des Konsums zu informieren und insbesondere junge Menschen für die Strategien der Tabak- und Nikotinindustrie zu sensibilisieren.
Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz) verwenden weltweit allein rund 40 Millionen Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren Tabakprodukte. In der europäischen Region sind es rund vier Millionen Jugendliche dieser Altersgruppe. Zudem ist der Gebrauch von E-Zigaretten unter Jugendlichen in der europäischen Region weltweit am höchsten. Etwa 4,2 Millionen 13- bis 15-Jährige nutzen dort E-Zigaretten. Damit wird deutlich: E-Zigaretten sind keineswegs nur für erwachsene Raucherinnen und Raucher interessant, sondern können gerade junge Menschen in eine Nikotinabhängigkeit führen.
„Vor allem moderne Tabak- und Nikotinprodukte sind häufig so gestaltet, dass sie harmloser wirken, als sie sind. Genau deshalb ist Aufklärung so wichtig – besonders mit Blick auf Kinder und Jugendliche“, betont die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Angelika Beckenbach. „Wir möchten das Bewusstsein für die gesundheitlichen Gefahren schärfen und zugleich deutlich machen: Wer mit dem Rauchen aufhört oder gar nicht erst anfängt, schützt seine Gesundheit nachhaltig.“
Rauchen erhöht unter anderem das Risiko für schwere und chronische Lungenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie zahlreiche Krebsarten. Auch Zahngesundheit, Hautalterung, Fruchtbarkeit und Wundheilung können beeinträchtigt werden. Besonders belastet wird die Lunge: Durch die inhalierten Giftstoffe arbeiten Abwehr- und Selbstheilungskräfte des Bronchialsystems nur eingeschränkt. Auch Passivrauchen ist gesundheitsschädlich – vor allem für Kinder und Jugendliche, deren Atemwege sich noch in der Entwicklung befinden.
Neben Zigaretten und E-Zigaretten rücken zunehmend auch sogenannte Nikotinbeutel in den Fokus. Umgangssprachlich werden sie häufig als „Snus“ beziehungsweise „White Snus“ bezeichnet. Die kleinen Beutel mit Nikotinsalzen und Trägerstoffen werden zwischen Lippe und Zahnfleisch gelegt und geben dort Nikotin sowie Aromen ab. Der Handel mit tabakfreien Nikotinbeuteln ist in Deutschland nicht erlaubt, Konsum und Besitz zum Eigenbedarf sind jedoch nicht strafbar. Gerade durch ihre unauffällige Nutzung, die ansprechende Aufmachung und vergleichsweise niedrigen Preise können solche Produkte für Jugendliche attraktiv wirken.
Wer mit dem Rauchen oder Vapen aufhören möchte, sollte sich Unterstützung holen. Ein erster wichtiger Ansprechpartner kann die Hausärztin oder der Hausarzt sein. Im Gespräch können Rauchgewohnheiten, Auslöser und schädliche Verhaltensmuster erkannt werden. Zudem können weiterführende Hilfen, therapeutische Schritte oder gegebenenfalls medikamentöse Unterstützungsmöglichkeiten besprochen werden. Erste Anlaufstellen können auch sogenannte „Rauchertelefone“ sein, die anonyme Beratungen bezüglich weiterführenden Tipps und Adressen von Hilfsangeboten bieten. Weitere Informationen dazu gibt es unter https://familie.hessen.de/gesundheit/sucht-und-suchthilfe/hilfen-zur-rauchfreiheit.

