Kreis Bergstraße (kb). Gute Nachrichten für Bürstadt: Das Projekt „Gemeinwesenarbeit (GWA) – Zusammen.Leben in Bürstadt“ geht weiter, denn es hat erneut Fördermittel des Landes Hessen aus der Landesförderung „Gemeinwesenarbeit“ erhalten. Für die neue Förderphase, die vom 01. April bis zum 31. Dezember 2026 läuft, stellte das Land rund 64.250 Euro bereit. Für die Menschen vor Ort heißt das: Es bleibt bei einem offenen und leicht erreichbaren Angebot direkt vor Ort. Dort finden Bürgerinnen und Bürger Beratung, Begegnung und Unterstützung im Alltag.
Der Kreis Bergstraße hat die neue Förderphase aktiv begleitet. So hat seine Fördermittelberatung die Stadt Bürstadt und die regionale Diakonie Südhessen zunächst dabei unterstützt, den Förderantrag zu stellen und sich mit dem Land zu dem Vorhaben abzustimmen. Zudem hat der Kreis als formeller Zuwendungsempfänger die Landesförderung an die Stadt Bürstadt weitergeleitet. Die Stadt gab die Förderung ihrerseits an die Regionale Diakonie Südhessen als Projektträgerin weiter.
„Unser Ziel ist, dass Fördermittel dort ankommen, wo sie den Menschen konkret helfen“, hob Landrat Christian Engelhardt bei seinem Besuch vor Ort hervor. „Die Gemeinwesenarbeit in Bürstadt zeigt anschaulich, wie Teilhabe, Beratung und Nachbarschaft im Alltag gestärkt werden können.“ Beim Besuch des GWA-Büros in Bürstadt tauschte sich der Landrat mit Bürgermeister Boris Wenz und den weiteren Projektakteuren über die neue Förderphase und die weitere Zusammenarbeit aus.
Das Projekt richtet sich an alle Bürstädterinnen und Bürstädter der östlichen Kernstadt, besonders aber an Menschen, die Unterstützung brauchen oder von Armut und Ausgrenzung betroffen sind. Die Gemeinwesenarbeit ist deshalb als niedrigschwellige Anlaufstelle organisiert. Sie bietet ein offenes Café, eine offene Sprechstunde, aufsuchende Quartiersarbeit, Beratung zu Lebensfragen sowie die Vermittlung an Fachstellen. Die Angebote finden derzeit im „MiTtendrin“ und in der Wolfstraße 22 statt. Ergänzt wird dieses Angebot zudem durch lokale Aktionen wie etwa dem Nachbarschaftscafé mit Musik, dem Lichterflohmarkt zur Weihnachtszeit und einem Nachbarschaftsfest.
„Die Gemeinwesenarbeit ist für viele Menschen in Bürstadt eine wichtige Türöffnerin. Sie hilft unkompliziert, stärkt das Miteinander und schafft Orte, an denen Begegnung ganz selbstverständlich wird“, betonte Bürstadts Bürgermeister Boris Wenz.
Das Projekt in Bürstadt besteht bereits seit dem 1. April 2021 und war das erste GWA-Projekt im Kreis Bergstraße. Von Anfang an begleitete der Fördermittelberater des Kreises Bergstraße, Benjamin Frank, die administrative Abwicklung. Dazu gehören unter anderem die Kommunikation mit dem Land Hessen, die fristgerechte Einreichung von Mittelabrufen, Berichten und Verwendungsnachweisen sowie die Unterstützung bei neuen formalen Anforderungen wie der Online-Antragstellung. Damit entlastete der Kreis die Beteiligten vor Ort und schuf verlässliche Strukturen für das Projekt.
„Gerade bei Förderprogrammen brauchen Kommunen und Träger einen Partner, der die Verfahren sicher begleitet“, weiß auch Landrat Engelhardt. „Diese Unterstützung leisten wir in Bürstadt seit Jahren sehr gerne.“
Die Regionale Diakonie Südhessen setzt das Projekt vor Ort um. Die Förderung dient überwiegend der Finanzierung der Personalstelle, die durch Edith Harter und Carolin Schleicher in Teilzeit besetzt ist. Jenna Reibold, Leiterin der Regionalen Diakonie Südhessen, erläuterte: „Gemeinwesenarbeit lebt vom direkten Kontakt zu den Menschen. Es geht darum, zuzuhören, Vertrauen aufzubauen und gemeinsam Lösungen für das Quartier zu entwickeln. Das Angebot verbindet Beratung, Begegnung und Vernetzung. Genau das macht es für viele Menschen so wertvoll.“
Die Gemeinwesenarbeit reagiert in Bürstadt auf Entwicklungen, die viele Städte und Gemeinden beschäftigen: Bevölkerungswachstum, demografischer Wandel, ein steigender Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund und ein angespannter Wohnungsmarkt mit zu wenig bezahlbarem Wohnraum. Für das Jahr 2026 setzt das Projekt deshalb zwei Schwerpunkte: Das offene Café soll weiter verselbstständigt werden. Zudem ist die Gründung eines Arbeitskreises zu bezahlbarem Wohnraum und Leerstand geplant. Damit soll das Projekt nicht nur im Alltag helfen, sondern auch langfristige Themen vor Ort aufgreifen.
Auch im Jahr 2027 will Bürstadt das Projekt fortführen und kann dafür erneut einen Förderantrag stellen. Da die Kommunen künftig selbst antragsberechtigt sind, muss Bürstadt diesen dann selbst stellen. Der Kreis Bergstraße hat jedoch bereits signalisiert, Bürstadt auch dabei weiter unterstützen zu wollen, damit die Gemeinwesenarbeit in Bürstadt ein starkes Angebot mit direktem Nutzen für die Menschen vor Ort bleibt: nah, offen und mitten im Quartier.

