Kreis Bergstraße (kb). Brücken bauen im Alltag und Orientierung bieten: Das sind die Kernaufgaben des Integrationslotsenpools im Kreis Bergstraße, die neu Zugewanderten das Ankommen erleichtert. Nach einer intensiven, mehrtägigen Schulung durch das Kompetenzzentrum Vielfalt Hessen stehen dafür drei neue engagierte Integrationslotsinnen und ein Integrationslotse bereit. Tuba Güven, Viktoriia Negoda und Roy Shamoun verstärken das Team ab sofort mit ihren Kompetenzen. Während ihrer Ausbildung setzten sie sich intensiv mit interkultureller Kommunikation, Antidiskriminierung, Gesprächsführung und der notwendigen professionellen Distanz auseinander.
„Integration ist kein Selbstläufer, sondern eine anspruchsvolle Aufgabe, die wir nur gemeinsam bewältigen können: Das gilt für die Zugewanderten ebenso wie für uns als Landkreis. Unsere ehrenamtlichen Integrationslotsinnen und Lotsen sind hierbei eine wichtige Stütze. Weil sie den Menschen auf Augenhöhe begegnen, erleichtern sie das gegenseitige Kennenlernen und Ebnen den Weg für eine gesellschaftliche Teilhabe. Gerade über diesen persönlichen Zugang kann Integration dauerhaft Früchte tragen“, so Landrat Christian Engelhardt.
Mit den Neuzugängen wächst die Zahl der ehrenamtlichen Integrationslotsinnen und Integrationslotsen bei der Kreisverwaltung auf 29 Personen. Ein großer Gewinn für die Praxis, da die Einsätze gut nachgefragt sind: Das Team deckt nun insgesamt 14 Fremdsprachen und Dialekte ab – die drei neuen Mitstreitenden bringen unter anderem Arabisch, Englisch, Russisch, Türkisch und Ukrainisch ein. Getreu dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ nutzen die Ehrenamtlichen ihre eigenen Migrationserfahrungen, um Zugewanderten behördliche Abläufe und die deutsche Kultur näherzubringen.
Für die kontinuierliche Begleitung der Integrationslotsinnen und -lotsen sorgt die Stabsstelle Integrationsbeauftragte, bei der der Lotsenpool angesiedelt ist. Hier erhalten sie regelmäßige Vertiefungsseminare, um ihr Wissen in spezifischen Bereichen auszubauen. Das Spektrum der Schulungen reichte dabei bereits von Mieterschutzfragen über den Umgang mit häuslicher Gewalt bis hin zu rechtlichen Aspekten wie der Vorsorgevollmacht.
Unterstützt und gefördert wird das Projekt durch das hessische Landesprogramm „WIR – Vielfalt und Teilhabe“ und den Kreis Bergstraße. Weitere Informationen der Stabsstelle Integrationsbeauftragte zu den Angeboten für Zugewanderte gibt es unter https://www.kreis-bergstrasse.de/unser-buergerservice/auslaender-und-asyl/integration/.

