Zeitungsstapel vor hellem Hintergrund

Chancen schaffen, Zukunft gestalten


Kreis Bergstraße (kb). Die Arbeitslosigkeit ist im Kreis Bergstraße im Juni 2026 gesunken. So waren 7.043 Menschen arbeitslos gemeldet, 1,14 Prozent weniger als im Mai. Allerdings 24 Personen beziehungsweise 0,34 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ist auf 4,6 Prozent gesunken. Vor einem Jahr lag sie bei 4,7 Prozent. Zum Vergleich: Für Hessen insgesamt liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 5,8 Prozent, deutschlandweit bei 6,2 Prozent.

Weniger Menschen im Bürgergeldbezug, mehr erfolgreiche Arbeitsmarktintegration und neue Angebote für unterschiedliche Zielgruppen: Das Jobcenter Neue Wege des Kreises Bergstraße hat im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz eine durchweg positive Bilanz für das Jahr 2025 gezogen. Gemeinsam mit der Ersten Kreisbeigeordneten Angelika Beckenbach stellten Betriebsleiterin Dr. Melanie Marysko und ihr Stellvertreter Peter Schmiedel die wichtigsten Entwicklungen sowie neue Projekte für die Zukunft vor.

„Das vergangene Jahr zeigt eindrucksvoll, dass sich unser konsequentes Engagement auszahlt. 53 Menschen weniger sind auf Bürgergeld angewiesen, darunter allein 45 junge Menschen unter 25 Jahren. Gleichzeitig konnten wir die Zahl der Bedarfsgemeinschaften um 345 reduzieren. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist es unser Ziel, Menschen nachhaltig in Arbeit zu bringen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen. Mein herzlicher Dank gilt allen Mitarbeitenden und Kooperationspartnern, die mit großem Einsatz an der Weiterentwicklung unseres Konzepts arbeiten“, betonte die Erste Kreisbeigeordnete Angelika Beckenbach.

Ein Blick auf die Vermittlungszahlen unterstreicht den positiven Trend: Im Jahr 2025 konnten insgesamt 2.256 Menschen erfolgreich in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden – 160 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig profitiert die individuelle Betreuung von der inzwischen vollständig umgesetzten organisatorischen Trennung zwischen Arbeitsvermittlung und Leistungsbearbeitung. Dadurch können Beratungsgespräche gezielter geführt und die Arbeitssuchenden noch passgenauer auf ihrem Weg zurück in Beschäftigung begleitet werden.

Ein wichtiger Baustein des Angebots ist seit dem 1. Januar 2025 die kreiseigene Schuldnerberatung. Sie unterstützt Bürgerinnen und Bürger dabei, finanzielle Schwierigkeiten frühzeitig zu bewältigen und Wege aus der Überschuldung zu finden. Durch die direkte organisatorische Anbindung an das Jobcenter profitieren die Ratsuchenden von kurzen Wegen und einer eng abgestimmten Beratung.

Auch bei der Arbeitsvermittlung setzt Neue Wege auf moderne und praxisnahe Formate. So bereiten die sogenannten Vermittlungscoach-Treffen Arbeitssuchende in kleinen Gruppen gezielt auf den Bewerbungsprozess vor. Hier erhalten sie Unterstützung beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen, beim Knüpfen beruflicher Kontakte sowie bei der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche.

Ergänzt wird dieses Angebot durch das erfolgreiche Format „Jobdating“. Gemeinsam mit Wirtschaftsförderungen und Gewerbevereinen bringt der Eigenbetrieb Unternehmen und Arbeitssuchende in ungezwungener Atmosphäre zusammen. Das Angebot richtet sich grundsätzlich an alle Arbeitssuchenden, insbesondere aber an Bürgergeldbeziehende, die den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt schaffen möchten. Mit einer Erfolgsquote von rund 22 Prozent im Jahr 2025 hat sich das Format als wirkungsvolles Instrument der Arbeitsvermittlung etabliert.

Darüber hinaus entwickelt das Jobcenter seine Angebote kontinuierlich weiter. Formate wie das „Café unter Männern“, der Spaziergangtreff, das Bewerbungscafé oder der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Stellensuche sollen künftig weiter ausgebaut werden. Sie ergänzen die klassischen Beratungsangebote und eröffnen neue Wege der Unterstützung.

Auch die Digitalisierung wird bei Neue Wege konsequent vorangetrieben. Bereits heute unterstützt ein eigens entwickeltes KI-gestütztes Instrument die Vermittlungsfachkräfte bei der Stellensuche. Künftig sollen zudem eine Jobcenter-App sowie weitere digitale Angebote den Zugang zu Informationen und Dienstleistungen für Kundinnen und Kunden erleichtern. Das intern entwickelte KI-System „KIBA“ wird bereits auch anderen Kommunen zur Verfügung gestellt und wird den digitalen Wandel in der Arbeitsvermittlung weiter voranbringen.

Vor dem Hintergrund sinkender Bundesmittel für Integrations- und Sprachkurse setzt Neue Wege verstärkt auf eigene, niedrigschwellige Vermittlungsangebote. Ziel bleibt es, Menschen möglichst schnell und nachhaltig in Beschäftigung zu bringen und gleichzeitig individuelle Unterstützung anzubieten.

Zum 1. Juli 2026 treten zudem die Änderungen des 13. SGB-II-Änderungsgesetzes in Kraft. Sie sehen unter anderem strengere Sanktionen bei der Ablehnung oder dem Abbruch einer zumutbaren Arbeit sowie bei wiederholten Meldeversäumnissen vor. Gleichzeitig stärkt das Gesetz den Vermittlungsvorrang und berücksichtigt den besonderen Schutz psychisch erkrankter Menschen. Damit bleibt das Prinzip „Fördern und Fordern“ auch künftig die Grundlage der Arbeit des Jobcenters Neue Wege.