Kreis Bergstraße (kb). Der Ganztag ist an den Grundschulen im Kreis Bergstraße längst fester Bestandteil des Schulalltags und wächst weiter: Im Schuljahr 2026/27 sind bereits 43 Grundschulen Teil des Pakts für den Ganztag. Rund 4.414 Kinder nehmen teil. Zum Vergleich: Im Schuljahr 2019/20 waren es rund 1.600 Kinder. An der Eichendorffschule in Heppenheim-Kirschhausen wurden nun Vereinbarungen für 16 weitere Schulen unterzeichnet. Davon sind 14 Schulen neu in den Pakt gestartet, zwei weitere arbeiten künftig mit einem neuen Ganztagsträger zusammen. Insgesamt sind acht unterschiedliche Träger beteiligt, darunter Fördervereine, Kommunen und freie Träger. Neu in der Trägerlandschaft des Kreises ist Creative Change e.V., mit dem künftig drei Schulen zusammenarbeiten.
Landrat Christian Engelhardt sieht in der Entwicklung ein starkes Signal für die Bildungsregion Bergstraße: „Ganztag bedeutet für mich weit mehr, als einfach Kinder länger in der Schule zu betreuen. Schule wird immer stärker zu einem Lern- und Lebensort. Kinder brauchen Zeit zum Lernen, für Bewegung, Kreativität, gemeinsames Essen und Spielen und für individuelle Förderung. Genau darin liegt der besondere Wert des Pakts: mehr Chancen durch mehr Zeit.“
Die Vereinbarungen regeln die Zusammenarbeit von Schule, Schulträger und Ganztagsträger. Die Schulen bringen ihre pädagogische Verantwortung ein, der Kreis schafft die notwendigen Rahmenbedingungen und die Träger ergänzen das Angebot mit Personal und weiteren Kompetenzen.
Das Schuljahr 2026/27 markiert zugleich einen Meilenstein: Der stufenweise Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung beginnt zunächst für Kinder der ersten Klassen. Der Kreis Bergstraße kann dabei auf langjährige Erfahrung zurückgreifen. Bereits 2015/16 gehörte er zu den sechs Schulträgern der hessischen Pilotphase.
„Wir haben beim Ganztag früh angefangen. Dieser Erfahrungsvorsprung ist heute ein echter Standortvorteil für unsere Familien und Schulen. Jetzt kommt es darauf an, daraus dauerhaft Qualität zu machen, für jedes Kind und an jeder unserer Schulen“, betont Landrat Engelhardt.
Auch finanziell übernimmt der Kreis Verantwortung: Für das Schuljahr 2026/27 stellt er rund 3,3 Millionen Euro eigene Mittel für den Pakt bereit. Hinzu kommen rund 2,7 Millionen Euro Landesmittel. Der Ausbau des Ganztags wird dabei mit den Investitionen in moderne Schulgebäude, Digitalisierung und Schulentwicklung zusammengedacht.
„Bildung ist die stärkste Investition in die Zukunft unserer Region. Gute Ganztagsangebote, moderne Räume und zeitgemäße Lernbedingungen gehören für uns zusammen“, so Landrat Christian Engelhardt. Zum Abschluss dankte der Landrat den Schulleitungen und Kollegien, den Ganztagsträgern, den beteiligten Fachstellen sowie den Eltern für ihr Engagement und Vertrauen: „Der Pakt besteht nicht aus Unterschriften, sondern aus Menschen, die gemeinsam Verantwortung übernehmen. Genau das macht unsere Bildungsregion Bergstraße stark.“

