Kreis Bergstraße (kb). Ein Jahr lang wurde gesprochen, zugehört, nachgedacht und auch gemeinsam gelacht, über ein Thema, das im Alltag oft wenig Raum bekommt: Sterben, Tod, Abschied und Trauer. Mit zahlreichen Veranstaltungen hat das Jahresprojekt „Sterben – wenn das Leben leiser wird“ der Fachstelle Leben im Alter des Kreises Bergstraße Menschen im gesamten Kreisgebiet miteinander ins Gespräch gebracht. Nun findet das Projekt am 20. Oktober ab 17 Uhr im Saalbau-Kino in Heppenheim (Wilhelmstraße 38) seinen Abschluss. Auf dem Programm stehen ein gemeinsamer Rückblick, eine Filmvorführung und eine anschließende Podiumsdiskussion. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, dabei zu sein. Der Eintritt ist frei.
„Über Sterben und Tod zu sprechen, fällt vielen Menschen schwer. Genau deshalb war es uns wichtig, diese Themen aus der Tabuzone zu holen und ganz unterschiedliche Zugänge zu ermöglichen. Im Laufe des Jahres sind viele Gespräche und Begegnungen entstanden, die gezeigt haben: Es tut gut, sich mit Abschied und Vorsorge auseinanderzusetzen, bevor eine akute Situation dazu zwingt. Ich lade alle Interessierten herzlich ein, dieses besondere Projekt gemeinsam mit uns ausklingen zu lassen“, sagt die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Angelika Beckenbach.
Mit dem Jahresprojekt hatte sich die Fachstelle Leben im Alter zum Ziel gesetzt, Berührungsängste abzubauen und einen offenen und würdevollen Umgang mit Sterben, Tod und Vorsorge zu fördern. Dabei richteten sich die unterschiedlichen Formate an Menschen verschiedener Generationen. Neben Fragen zu Abschied und Trauer standen auch konkrete Themen wie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung im Mittelpunkt. Im Laufe des Jahres gehörten unter anderem Workshops für Schülerinnen und Schüler, Informationsangebote, die Karikaturenausstellung „Wenn der Tod dich anlacht“ sowie Vorleseangebote und thematische Büchertische zum Programm.
Bei der Abschlussveranstaltung soll zunächst auf die vielfältigen Eindrücke und Begegnungen des Jahres zurückgeblickt werden. Im Mittelpunkt des Abends steht anschließend der Film „Glücklich vergessend in den Tod“ von Yvonne Hotz. Er begleitet eine an Demenz erkrankte Frau, deren Wunsch nach Freiheit und einem selbstbestimmten Leben bis zuletzt bestehen bleibt. Im Anschluss kommen Fachleute aus Politik, Hospizarbeit, Beratung, Seelsorge und Medizin bei einer Podiumsdiskussion zusammen. Dabei sollen die im Film aufgeworfenen Fragen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden. Auch das Publikum ist eingeladen, zuzuhören und miteinander ins Gespräch zu kommen.

