Kreis Bergstraße (kb). Der Herbst ist da, die Temperaturen sinken und damit beginnt auch wieder die Zeit der laufenden Nasen, des Hustens und der Halsschmerzen. Doch während eine gewöhnliche Erkältung meist harmlos verläuft, kann eine echte Grippe (Influenza) insbesondere für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen gefährlich werden. Ein Blick auf die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt: Die Grippeviren sind bereits wieder unterwegs. Allein in der vergangenen Woche meldeten die hessischen Gesundheitsämter 21 Influenza-Fälle an das RKI. In den vergangenen vier Wochen waren es insgesamt mehr als 100 Fälle. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es hingegen weniger als 30.
Auch im Kreis Bergstraße machen sich die steigenden Influenza-Fallzahlen bemerkbar: So wurden im bisherigen Jahr 2026 (Stand: 12.10.2026) schon insgesamt 498 Grippefälle gemeldet, fast so viele wie im gesamten Jahr 2024. Daher nimmt auch das Bergsträßer Gesundheitsamt die beginnende Infektsaison zum Anlass, auf die Bedeutung der Grippeschutzimpfung aufmerksam zu machen.
„Eine echte Grippe ist weit mehr als eine lästige Erkältung. Gerade für ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen kann sie schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Mit einer Grippeschutzimpfung kann jeder Einzelne dazu beitragen, sich selbst und andere zu schützen“, betont die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Angelika Beckenbach. „Prävention hat bei uns im Kreis Bergstraße einen hohen Stellenwert. Deshalb ist es uns wichtig, frühzeitig zu informieren und die Menschen für ihre eigene Gesundheitsvorsorge zu sensibilisieren.“
Die jährliche Grippeschutzimpfung gilt als wichtigste Maßnahme, um einer Influenzaerkrankung und insbesondere schweren Krankheitsverläufen vorzubeugen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie vor allem Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren, Personen mit bestimmten Grunderkrankungen sowie medizinischem Personal. Als optimaler Impfzeitraum gilt die Zeit von Anfang Oktober bis Mitte Dezember.
Dass beim Impfschutz weiterhin Nachholbedarf besteht, zeigen ebenfalls die Zahlen des RKI: In der Grippesaison 2024/2025 lag die Impfquote bei Menschen ab 60 Jahren bundesweit bei lediglich 34,5 Prozent. Auch der Kreis Bergstraße setzt daher auf Vorsorge: So bietet die Kreisverwaltung ihren Beschäftigten regelmäßig Grippeschutzimpfungen an. Darüber hinaus informieren das Gesundheitsamt und die Universität Heidelberg Schülerinnen und Schüler im Rahmen der YOLO-Days über Impfungen.
Auch das Coronavirus zirkuliert weiterhin. Die gemeldeten Infektionszahlen liegen in Hessen derzeit allerdings deutlich unter denen des Vorjahres. Während in der vergangenen Woche 62 Corona-Fälle registriert wurden, waren es in der entsprechenden Kalenderwoche 2025 noch mehr als 260. In den vergangenen vier Wochen wurden insgesamt 166 Fälle gemeldet. Allerdings wird inzwischen auch deutlich weniger auf das Virus getestet, weshalb die Meldezahlen allein kein vollständiges Bild des Infektionsgeschehens liefern. Die zuletzt noch niedrige SARS-CoV-2-Viruslast im Abwasser zeigte bundesweit bereits eine steigende Tendenz.
Ob Grippe, Corona oder eine gewöhnliche Erkältung: Mit einfachen Maßnahmen lässt sich das Ansteckungsrisiko reduzieren. Regelmäßiges Händewaschen, gründliches Lüften, Rücksichtnahme bei Krankheitssymptomen und empfohlene Schutzimpfungen helfen dabei, gesund durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Wer unsicher ist, welche Impfungen sinnvoll sind, kann sich in der Hausarztpraxis beraten lassen. Weitere Informationen gibt es unter www.rki.de.

