Zeitungsstapel vor hellem Hintergrund
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Gute Versorgung beginnt mit guter Zusammenarbeit


Kreis Bergstraße (kb). Wenn jede Sekunde zählt, können zusätzliche Ersthelfende Leben retten. Eine gut vorbereitete Krankenhausaufnahme erleichtert die medizinische Versorgung. Und bei schweren Erkrankungen geben klare Absprachen den Betroffenen und ihren Angehörigen Sicherheit. Wie die Gesundheitsversorgung in diesen unterschiedlichen Situationen verbessert werden kann, stand im Mittelpunkt der 24. Lokalen Gesundheitskonferenz des Kreises Bergstraße. Insgesamt 29 Akteurinnen und Akteure aus verschiedenen Bereichen der Gesundheitsversorgung nahmen digital teil und erhielten Einblicke in regionale Projekte und Ansätze zur Verbesserung der Versorgung.

„Eine gute Gesundheitsversorgung lebt davon, dass alle Beteiligten eng zusammenarbeiten und sich regelmäßig austauschen. Nur gemeinsam können wir die bestehenden Angebote weiterentwickeln und die medizinische Versorgung im Kreis Bergstraße auch für die Zukunft gut aufstellen“, betonte die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Angelika Beckenbach bei ihrer Begrüßung der Teilnehmenden. Anschließend gab Jennifer Jarke vom Fachbereich Gesundheitsversorgung des Kreises einen Überblick über aktuelle Initiativen und geplante Veranstaltungen. Diese richten sich sowohl an die Bevölkerung als auch an Ärztinnen und Ärzte und sollen unter anderem die Vernetzung innerhalb der regionalen Gesundheitsversorgung stärken.

Ein Schwerpunkt der Konferenz lag auf der Notfallversorgung. In seinem Vortrag „Wir drücken für’s Leben gern“ erläuterte Jörg Oberkinkhaus, Fachbereichsleiter Rettungsdienst des Kreises Bergstraße, die Bedeutung der sogenannten CPR-Responder. CPR steht für „Cardiopulmonary Resuscitation“ und bezeichnet die Herz-Lungen-Wiederbelebung. Bei einer Reanimation sind mehrere Helfende wichtig, damit sie sich bei der Herzdruckmassage abwechseln und weitere Maßnahmen parallel durchführen können. Die Leitstelle Bergstraße alarmiert die speziell geschulten CPR-Responder zusätzlich zum regulären Rettungsdienst und Notarzt oder fordert sie bei Bedarf nach. Das System ergänzt die bestehende Rettungskette, indem es weitere qualifizierte Helfende in die Versorgung von Menschen mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand einbindet.

In einem weiteren Vortrag stellte Jörg Oberkinkhaus das Medical Intervention Car (MIC) vor. Das Einsatzfahrzeug bringt bei lebensbedrohlichen Notfällen spezialisierte medizinische Unterstützung direkt zum Einsatzort. Von November 2023 bis September 2026 wurde das MIC bereits knapp 300-mal alarmiert.

Wie die Aufnahme von Patientinnen und Patienten in ein Krankenhaus möglichst reibungslos gestaltet werden kann, erläuterte Dr. Fabian Wagner, Leiter der Notaufnahme des Kreiskrankenhauses Bergstraße. Im Mittelpunkt standen die Zusammenarbeit zwischen Hausarztpraxen und Klinik sowie die dafür erforderlichen Informationen und Unterlagen. Dazu zählen insbesondere die Verordnung von Krankenhausbehandlungen (Einweisung), Medikationspläne, die Versichertenkarte und externe Vorbefunde. Eine frühzeitige Information der Zentralen Notaufnahme durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte kann dazu beitragen, notwendige Maßnahmen rechtzeitig vorzubereiten und die Abläufe an der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung zu verbessern.

Abschließend stellte Dr. Angelika Schramm vom Palliativnetz Bergstraße und Odenwald den Palliativpass vor. Dieses Angebot richtet sich an Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige, die eine Beratung oder spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) in Anspruch nehmen. Der Pass bietet mehr Sicherheit, Orientierung und Unterstützung rund um die Themen schwere Erkrankung, Lebensende und individuelle Patientenwünsche.

Die nächste Lokale Gesundheitskonferenz ist für das Frühjahr 2027 geplant.