Kreis Bergstraße (kb). Starkregen trifft oft innerhalb weniger Minuten und kann Straßen, Keller oder ganze Wohngebiete überfluten. Als Folge extremer Wetterlagen stellt er Städte und Gemeinden zunehmend vor große Herausforderungen. Vor allem mit Blick auf den fortschreitenden Klimawandel rücken Starkregenereignisse zunehmend in den Fokus von Fürsorge und Gefahrenabwehr. Mit den neuen Starkregengefahrenkarten stellt der Kreis Bergstraße Bürgerinnen und Bürgern deshalb ab sofort ein wichtiges Instrument zur Verfügung, um mögliche Risiken für Haus und Grundstück frühzeitig zu erkennen und sich besser auf Extremwetterereignisse vorzubereiten. Die Karten stehen kostenfrei und ohne Anmeldung über das Geo-Informationssystem des Kreises zur Verfügung.
„Vor allem die verheerende Flutkatastrophe im Ahrtal hat gezeigt, wie wichtig es ist, Risiken frühzeitig zu erkennen und Vorsorge zu treffen. Denn Starkregen kann nicht nur an Flüssen und Bächen, sondern auch weit abseits von Gewässern zu gefährlichen Überflutungen führen. Mit den neuen Starkregengefahrenkarten schaffen wir mehr Transparenz und geben Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen sowie Einsatzkräften eine wichtige Grundlage, um sich gezielt auf solche Ereignisse vorzubereiten. Prävention ist der beste Schutz“, betont Landrat Christian Engelhardt, zugleich Verbandsvorsteher des Gewässerverbandes Bergstraße.
Bereits vor rund 15 Jahren wurden durch die Bundesländern Hochwassergefahrenkarten erstellt, die wichtige Informationen zu Überschwemmungsrisiken an größeren Gewässern liefern. Im Kreis Bergstraße konzentrierten sich diese bislang vor allem auf Rhein, Neckar und Weschnitz. Die neuen Starkregengefahrenkarten des Gewässerverbandes Bergstraße (GVB) gehen nun einen entscheidenden Schritt weiter: Sie berücksichtigen Überflutungen unabhängig von der Größe eines Gewässers und zeigen, wo sich Wasser bei außergewöhnlich starken Niederschlägen aufstauen, abfließen oder gefährliche Strömungen entwickeln kann. Damit schließen sie eine wichtige Lücke in der bisherigen Gefahrenvorsorge.
Grundlage für die Karten sind hochpräzise Geländemodelle, detaillierte Vermessungen aus der Luft sowie ergänzende Vor-Ort-Begehungen und Nachvermessungen. So können Fließwege, Wassertiefen und Strömungsverhältnisse realitätsnah dargestellt und mögliche Gefährdungen für einzelne Gebäude oder Grundstücke besonders präzise eingeschätzt werden.
Die Starkregengefahrkarten sind ab sofort auf der Webseite des Kreises Bergstraße abrufbar. Über „Unser Bürgerservice“ → „Bauen und Wohnen“ → „Geo-Informationssystem und Bauleitplanung“ gelangen Interessierte zur Kartenanwendung. Dort kann über die Kartenansicht die Starkregengefahrenkarte ausgewählt und der gewünschte Standort entweder durch Zoomen oder über die Adresseingabe gesucht werden. Ergänzende Informationen liefert die hinterlegte Legende mit Erläuterungen.

