Kreis Bergstraße (kb). Mit überraschender Leichtigkeit und zugleich großer Ernsthaftigkeit hat die Karikaturenausstellung „Wenn der Tod dich anlacht“ von April bis Mai 2026 in zahlreichen Städten im Kreis Bergstraße Halt gemacht. Als Teil und zentraler Baustein des Jahresprojekts der Fachstelle Leben im Alter „Sterben – wenn das Leben leiser wird“ verfolgte die Wanderausstellung das Ziel, das gesellschaftliche Tabu rund um die Themen Sterben und Tod aufzubrechen und eine neue Gesprächskultur zu fördern. Dabei zeigte sie auch, wie Humor dazu beitragen kann, diese schwierigen und häufig gemiedenen Themen zugänglicher zu machen, ohne den Tod zu verharmlosen. Vielmehr wurden die Besucherinnen und Besucher dazu eingeladen, sich frühzeitig mit diesen Themen auseinanderzusetzen, Berührungsängste abzubauen, Wissen zu gewinnen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
„Uns ist ein offener, zugänglicher und sicherer Austausch mit diesem Thema wichtig, denn es ist ein Teil des Lebens, der mit unglaublichen Gefühlen, Erfahrungen und Umwälzungen verbunden ist. Das macht es nicht einfach, darüber zu reden. Hintergrund der Karikaturenausstellung war es daher, auf sanfte, aber auch humorvolle Weise sich an das Thema heranzutasten“, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Angelika Beckenbach.
Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege sowie der HAGE e. V. – Arbeitsbereich KASA. Die Ausstellung war in zahlreichen Orten im Kreis zu sehen, darunter in Hirschhorn, Wald-Michelbach, Lindenfels, Bensheim, Zwingenberg, Heppenheim, Bürstadt und Viernheim.

Ergänzt wurde die Ausstellung durch Vorträge und Informationsveranstaltungen zu Hospizarbeit, Trauerbegleitung, psychosozialer Unterstützung sowie Bestattungsvorsorge und -formen. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf kultursensiblem und interkulturellem Sterben sowie den unterschiedlichen religiösen und kulturellen Vorstellungen von Abschied, Tod und Trauer. Fachkräfte aus Hospizdiensten, Bestattungshäusern und sozialen Einrichtungen standen dabei auch für individuelle Fragen zur Verfügung.
Auch nach dem Ende der Ausstellung soll das Thema im Kreis Bergstraße präsent bleiben. Geplant sind unter anderem Büchertische in Buchhandlungen, Büchereien und Bibliotheken, die thematisch passende Literatur zu den Themen Hospizarbeit, Trauer, Abschied und Vorsorge bereitstellen. Damit soll das Projekt als Impuls für einen langfristig offeneren Umgang mit den letzten Lebensfragen dienen.

