Kreis Bergstraße (kb). Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Bergstraße im August 2026 leicht gesunken. So waren 7.146 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 0,8 Prozent weniger als im Juli. (+0,4 Prozent zum Vorjahr). Die Arbeitslosenquote betrug wie im Vormonat 4,7 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie ebenfalls bei 4,7 Prozent gelegen. Zum Vergleich: Für Hessen insgesamt liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 6,0 Prozent, deutschlandweit bei 6,5 Prozent.
Unabhängig von den aktuellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt verändern sich zugleich die Anforderungen an die Arbeit der Jobcenter. Digitalisierung und neue technologische Möglichkeiten spielen dabei eine immer größere Rolle. Der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- setzt deshalb darauf, diese Entwicklungen frühzeitig aufzugreifen und dort für die eigene Arbeit nutzbar zu machen, wo sie Mitarbeitende sinnvoll unterstützen und den Service für Bürgerinnen und Bürger verbessern können.
Im interkommunalen Projekt „KI-Hub Kommunal“ wird genau das untersucht. In einem eigens bei Neue Wege eingerichteten KI-Reallabor geht es nun zudem um die praktische Erprobung konkreter Anwendungen. Gemeinsam mit 15 weiteren Kommunen testet der Kreis Bergstraße dort, welche Lösungen sich für den Verwaltungsalltag eignen und welche Voraussetzungen für ihren Einsatz geschaffen werden müssen.
Bereits im vergangenen Jahr wurde im Rahmen des Projekts unter Federführung von Neue Wege umfassend analysiert, in welchen Bereichen Künstliche Intelligenz die Arbeit im Jobcenter verbessern kann. Dabei wurden insbesondere die Mitarbeitenden einbezogen und Potenziale für konkrete KI-Anwendungen ermittelt. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen werden im Reallabor nun Modellversuche durchgeführt. Die daraus gewonnenen Ergebnisse stehen allen beteiligten Kommunen zur Verfügung. Gefördert wird „KI-Hub Kommunal“ über das Landesprogramm „Starke Heimat Hessen“.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Qualifizierung der Mitarbeitenden. Bereits im September starten rund 20 Beschäftigte aus den beteiligten Kommunen ihre Ausbildung zu KI-Multiplikatorinnen und -Multiplikatoren. Sie sollen künftig die praktische Umsetzung von KI-Vorhaben in den Jobcentern und weiteren Verwaltungsbereichen begleiten. Ergänzt wird dieses Angebot durch Grundlagen- und Aufbauschulungen, die Wissen über Künstliche Intelligenz vermitteln und zeigen, wie entsprechende Anwendungen sinnvoll und effektiv in den Arbeitsalltag integriert werden können.
Darüber hinaus setzt Neue Wege auf spezialisierte Qualifizierungsangebote. Im Herbst und Winter werden Mitarbeitende unter anderem zu Fachkräften für Digitalisierung, KI-Managerinnen und -Managern sowie Digitalisierungslotsinnen und -lotsen ausgebildet. Letztere sollen sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Kolleginnen und Kollegen bei der Nutzung digitaler Angebote unterstützen. Damit sollen digitale Services leichter zugänglich, die Kommunikation verbessert und Arbeitsabläufe effizienter gestaltet werden.
Die Qualifizierung der Beschäftigten ist dabei ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer modernen, digitalen und zunehmend KI-gestützten Infrastruktur. Angesichts des demografischen Wandels und des steigenden Kostendrucks sollen neue Technologien dazu beitragen, auch langfristig eine hohe Servicequalität sicherzustellen. Der persönliche Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern bleibt dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Arbeit von Neue Wege. Digitale Anwendungen und KI sollen diesen nicht ersetzen, sondern Beschäftigte bei geeigneten Aufgaben entlasten und dadurch zusätzliche zeitliche Ressourcen für die persönliche Beratung schaffen.
Parallel arbeitet Neue Wege bereits an weiteren konkreten Digitalisierungsvorhaben. Dazu gehören die Einführung von Chatbots, die Optimierung der Online-Anträge und Maßnahmen zur Verbesserung der Erreichbarkeit. Gemeinsam mit anderen Jobcentern soll perspektivisch zudem eine moderne Jobcenter-App entwickelt werden. Die einzelnen Projekte sind Teil eines längerfristigen Veränderungsprozesses: Mitarbeitende für neue Technologien zu qualifizieren, digitale Angebote weiterzuentwickeln und die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz dort zu nutzen, wo sie die Arbeit von Neue Wege und den Service für die Bürgerinnen und Bürger sinnvoll verbessern können.
Lfd. Nr. 241 / 2026

