Zeitungsstapel vor hellem Hintergrund

Bunt und süß, aber nicht harmlos


Kreis Bergstraße (kb). Bunte Verpackungen, süße Geschmacksrichtungen und eine einfache Handhabung machen sogenannte Vapes gerade für junge Menschen attraktiv. Vapen (auch Dampfen) bezeichnet dabei das Inhalieren von Aerosolen, die durch das elektrische Erhitzen einer Flüssigkeit (des sogenannten Liquids) in einer E-Zigarette oder einem Vaporizer entstehen. Um Schülerinnen und Schüler frühzeitig über gesundheitliche Risiken, Nikotin und weitere Folgen des Vapens aufzuklären, hat das Präventionsteam des Kreises Bergstraße an der Martin-Buber-Schule in Heppenheim den Präventionsworkshop „Vape Check“ veranstaltet. Ziel war es, die Jugendlichen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit E-Zigaretten und anderen Nikotinprodukten anzuregen und insbesondere diejenigen in ihrer Haltung zu bestärken, die bislang nicht rauchen oder vapen.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit PRISMA einen starken Partner an unserer Seite haben und euch heute die Möglichkeit geben können, euch intensiv mit dem Thema Vapen auseinanderzusetzen“, sagte die Erste Kreisbeigeordnete Angelika Beckenbach zu den Schülerinnen und Schülern der siebten Klassen. „Nutzt die Gelegenheit, stellt Fragen und bringt euch ein. Es ist wichtig, sich gut zu informieren und Dinge kritisch zu hinterfragen, damit ihr selbst verantwortungsvolle Entscheidungen treffen könnt.“

Im „Vape Check“ wurden die Jugendlichen nicht nur mit Zahlen und Fakten konfrontiert, sondern aktiv in den Workshop einbezogen. Bei einem Positionierungsspiel beantworteten die Schülerinnen und Schüler beispielsweise Aussagen und Fragen rund um E-Zigaretten. Anschließend wurden die Antworten gemeinsam besprochen und eingeordnet. Auf diese Weise konnten bestehende Vorstellungen sichtbar gemacht und mögliche Missverständnisse direkt aufgegriffen werden.

Nicole Brosé von der Fachstelle für Suchtprävention bei der AWO Suchthilfe & Prävention PRISMA vermittelte zudem Grundlagenwissen über Vapes, ihre Funktionsweise sowie mögliche gesundheitliche Folgen. Die Jugendlichen erfuhren unter anderem, dass beim Vapen nicht einfach nur harmloser Wasserdampf entsteht. E-Zigaretten erzeugen ein Aerosol, das verschiedene gesundheitsschädliche und teilweise krebserregende Stoffe enthalten kann. Auch die Wirkung von Nikotin und das Risiko einer Abhängigkeitsentwicklung wurden thematisiert.

Neben den gesundheitlichen Auswirkungen richtete der Workshop den Blick auf Umweltaspekte. So beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler unter anderem mit der Frage, wie gebrauchte E-Zigaretten korrekt entsorgt werden. Gerade Einweg-Vapes enthalten elektronische Bauteile sowie Batterien und gehören deshalb nicht in den gewöhnlichen Hausmüll.

Weitere Übungen und ein Quiz griffen typische Fragen rund um Vapes und Nikotin auf. Gleichzeitig wurde gemeinsam reflektiert, weshalb E-Zigaretten gerade für Minderjährige attraktiv sein können. Farben, Geschmacksrichtungen, Produktdesign und die Wahrnehmung im Freundeskreis oder sozialen Umfeld können dabei eine Rolle spielen. Die interaktiven Methoden sollen dazu beitragen, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern Jugendliche darin zu stärken, Werbeversprechen, Trends und Aussagen über Nikotinprodukte kritisch zu hinterfragen.