Kreis Bergstraße (kb). Die Radschnellverbindung RS 15 zwischen Mannheim, Viernheim und Weinheim kommt ihrer Umsetzung einen wichtigen Schritt näher: Der Kreis Bergstraße, die Stadt Viernheim und Hessen Mobil haben die Verwaltungsvereinbarung für die weiteren Planungs- und Umsetzungsschritte im Viernheimer Abschnitt unterzeichnet. Sie regelt die Zusammenarbeit für die Leistungsphasen 6 bis 9 sowie den anschließenden Bau. Der RS 15 soll insgesamt rund 18 Kilometer lang werden, davon verlaufen 5,8 Kilometer auf Viernheimer Gemarkung.
„Mit der Unterzeichnung schaffen wir die Grundlage dafür, dass aus den bisherigen Planungen nun konkrete Baumaßnahmen werden können. Der RS 15 verbindet Städte und Menschen über kommunale Grenzen hinweg und macht das Fahrrad auf alltäglichen Wegen zu einer attraktiven Alternative zum Auto. Als Kreis übernehmen wir dabei Verantwortung und investieren gemeinsam mit unseren Partnern in eine moderne und nachhaltige Mobilität für unsere Region“, so Landrat Christian Engelhardt.
Die Vereinbarung legt die Aufgaben der Projektpartner fest: Die Stadt Viernheim übernimmt die Projektabwicklung und damit unter anderem Ausschreibung, Vergabe, Bauüberwachung und Fördermittelmanagement. Hessen Mobil übernimmt die fachliche Oberaufsicht für die Arbeiten an der K4 und begleitet die Bauausführung. Der Kreis Bergstraße trägt die Kosten für den Ausbau des Radwegs im ersten Abschnitt; bei gemeinschaftlichen Maßnahmen werden die Kosten entsprechend den gesetzlichen Regelungen aufgeteilt.
„Wir haben in Viernheim intensiv geplant, unterschiedliche Varianten geprüft und die Bürgerinnen und Bürger einbezogen. Jetzt kommen wir Schritt für Schritt in Richtung Umsetzung. Unser Anspruch ist klar: Mit dem RS 15 soll eine Radschnellverbindung entstehen, die hohe Anforderungen an Sicherheit, Komfort und Qualität erfüllt und das Fahrrad für viele Alltagswege zu einer attraktiven Alternative macht“, erklärt Erster Stadtrat Jörg Scheidel. Wie sich diese Qualitätsstandards konkret auswirken, zeigt sich beispielsweise an der Alten Mannheimer Straße: Dort soll der bestehende Zweirichtungsradweg von 2,50 auf 5 Meter verbreitert und mit einer Beleuchtung ausgestattet werden.
Bürgermeister Matthias Baaß ergänzt: „Als Brundtlandstadt beschäftigt uns die Frage, wie Mobilität nachhaltig und zukunftsfähig gestaltet werden kann, schon seit vielen Jahren. Der RS 15 fügt sich deshalb sehr gut in den Weg ein, den Viernheim bereits seit Langem verfolgt.“
Die Planungen für den RS 15 laufen seit mehreren Jahren. Bereits die Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2019 zeigte mit einem prognostizierten Verlagerungspotenzial von 2.000 bis 2.800 Radfahrenden pro Tag das Potenzial der Verbindung. Nach der ersten Kooperationsvereinbarung 2020 folgten unter anderem zwei Bürgerbeteiligungen im Jahr 2024 sowie Vor-, Entwurfs- und Ausführungsplanung. Als nächster Schritt ist im Herbst 2026 der Förderantrag für den ersten Bauabschnitt vorgesehen. Dieser reicht von der Gemarkungsgrenze Mannheim/Viernheim bis zum Brückenbauwerk der BAB 6. Der erste Spatenstich und damit der Beginn der Umsetzung sind voraussichtlich im Laufe des Jahres 2027 vorgesehen. Anschließend soll das Projekt in sechs Bauabschnitten umgesetzt werden, für die derzeit jeweils eine Bauzeit von etwa einem Jahr veranschlagt wird.

