Zeitungsstapel vor hellem Hintergrund

Ein Plan für traumhafte Sommer


Kreis Bergstraße (kb). Wie können wir unsere Schulen und öffentlichen Gebäude so gestalten, dass sie auch an heißen Sommertagen angenehme Lern- und Arbeitsbedingungen bieten? Wie lassen sich Straßen und Plätze so planen, dass sie Starkregen gut bewältigen und gleichzeitig kühlende, grüne Oasen in unseren Gemeinden schaffen? Und wie können wir unsere Wälder und Naturräume erhalten und pflegen, damit sie auch künftig als wichtige Lebens- und Erholungsräume bestehen?

Der Kreis Bergstraße nimmt diese Fragen aktiv in den Blick und stellt sich den Herausforderungen des Klimawandels mit einem umfassenden Klimaanpassungskonzept, das der Kreistag am 7. September 2026 beschlossen hat. Das Klimaanpassungskonzept stärkt damit die Vorsorge vor Ort und ist der Fahrplan dafür, wie der Kreis Bergstraße gemeinsam mit seinen Kommunen Menschen, Infrastruktur und Natur besser vor den Folgen des Klimawandels schützen kann. Das Konzept setzt genau dort an, wo die Folgen des Klimawandels schon jetzt im Alltag spürbar sind: an Schulen, öffentlichen Gebäuden, Straßen, Plätzen, Wäldern und Wohngebieten. Ziel ist es, Hitze besser abzufedern, Starkregenereignisse vorzubeugen und natürliche Lebensräume widerstandsfähiger zu machen. Das Klimaanpassungskonzept, um dessen Umsetzung sich die Abteilung Grundsatz und Kreisentwicklung federführend kümmert, knüpft dabei an die bisherige Arbeit des Kreises wie dem integrierten Klimaschutzkonzept und dem Hitzeaktionsplan an.

„Klimaanpassung gehört zur Daseinsvorsorge“, betont Landrat Christian Engelhardt. „Wir müssen vorsorgen, um uns vor Hitze zu schützen, Starkregenereignissen vorzubeugen und unsere Wälder besser auf lange Trockenheit vorzubereiten. Der Kreistagsbeschluss gibt uns dafür eine klare Richtung und ermöglicht konkretes Handeln im Kreis Bergstraße.“

Erste Schritte in Sachen Klimaanpassung unternimmt der Kreis Bergstraße schon jetzt: Er passt seine Schulen, Verwaltungsgebäude und Außenanlagen schrittweise an die neuen Gegebenheiten an. Verschattung, Begrünung und Grüne Klassenzimmer können Schulhöfe und Lernorte an heißen Tagen angenehmer machen.

Der Kreis plant außerdem vielfältige Informationsangebote zum Beispiel zu wirksamem Selbstschutz bei Starkregen und Hochwasser. Weitere geplante Angebote zum klimaangepassten Bauen sowie zur Gestaltung robuster Gärten und Außenflächen sollen zeigen, wie die Bergsträßerinnen und Bergsträßer ihre Grundstücke besser für Extremwetter vorbereiten können.

Der Kreis Bergstraße gestaltet die Klimaanpassung gemeinsam mit seinen Kommunen. Denn: Die Städte und Gemeinden kennen ihre örtlichen Herausforderungen am besten. Sie wissen, welche Bereiche sich besonders aufheizen, wo Wasser bei Starkregen abfließt und welche Orte Schutz brauchen. Eine Informationsstelle Klimaanpassung soll die Kommunen daher künftig mit Fachwissen, Praxisbeispielen und Informationen zu Fördermöglichkeiten unterstützen. Der Kreis will zudem gelungene Projekte aus dem Kreisgebiet sichtbar machen. „Best Practice“-Beispiele sollen zeigen, wie Kommunen, Vereine, Unternehmen und Privatpersonen ihre Umgebung bereits heute an Hitze, Trockenheit und Starkregen anpassen. Gleichzeitig sollen sie zur Nachahmung motivieren ohne dabei „das Rad neu erfinden“ zu müssen.

Der Kreis setzt die Vorhaben nach und nach entsprechend seines Handlungsbereichs um. Dabei stimmt er sich mit den Kommunen, Fachstellen, Bildungseinrichtungen und weiteren Partnern ab. Er richtet die Umsetzung an den jeweiligen Zuständigkeiten, verfügbaren Mitteln und passenden Förderprogrammen aus.

„Bei der Erarbeitung des Konzepts haben Akteurinnen und Akteure aus den verschiedensten Bereichen erfolgreich zusammengewirkt“, so der Klimaanpassungsmanager des Kreises Bergstraße Alexander Uhl. „Ich freue mich, dass wir jetzt mit der Umsetzung in die nächste Phase starten und gemeinsam eine klimaresilientere Zukunft im Kreis Bergstraße gestalten können.“

Hintergrund:

Die Stelle des Klimaanpassungsmanagers des Kreises Bergstraße sowie die Erstellung des integrierten Klimaanpassungskonzepts werden vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) über das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz „Natur stärken – Klima schützen“ gefördert. Die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH betreute es als Projektträgerin.