Zeitungsstapel vor hellem Hintergrund

Viele Wege, ein Ziel: gut unterwegs


Kreis Bergstraße (kb). Morgens mit dem Fahrrad zur Schule, mit Bus und Bahn zur Arbeit, für die kurze Strecke mit dem E-Scooter unterwegs oder mit dem Auto über eine Kreisstraße: Mobilität hat viele Gesichter – und begleitet die Menschen im Kreis Bergstraße jeden Tag. Unter dem Motto „Wir machen Sie mobil“ beteiligt sich der Kreis deshalb an der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September und rückt dabei nicht ein einzelnes Verkehrsmittel, sondern das große Ganze in den Mittelpunkt. Die Europäische Mobilitätswoche ist eine Kampagne der Europäischen Kommission und findet seit 2002 jährlich vom 16. bis 22. September statt. Kommunen und Organisationen machen dabei mit Aktionen und Projekten die Bandbreite nachhaltiger Mobilität sichtbar.

„Mobilität bedeutet für mich vor allem Freiheit und Teilhabe: zur Arbeit kommen, Freunde treffen, die Schule erreichen oder in der Freizeit unterwegs sein zu können. Dafür braucht es nicht die eine Mobilitätslösung für alle, sondern gute und sichere Möglichkeiten für unterschiedliche Wege und Bedürfnisse. Genau daran arbeiten wir im Kreis Bergstraße: Beim Radverkehr genauso wie bei Bus und Bahn, sicheren Schulwegen oder unseren Kreisstraßen. Die Europäische Mobilitätswoche ist eine gute Gelegenheit, diese Vielfalt einmal gemeinsam sichtbar zu machen“, betont Landrat Christian Engelhardt. Der Kreis Bergstraße beteiligt sich dabei auch an der hessenweiten EMW-Aktion „Viel besser als gedacht!“. Mit ihr möchte das Fachzentrum Nachhaltige Mobilitätsplanung Hessen die vorhandene Mobilitätsvielfalt vor Ort stärker ins Bewusstsein rücken.

Mobilität beginnt für viele bereits auf dem täglichen Weg zur Schule. Ziel des schulischen Mobilitätsmanagements im Kreis Bergstraße ist es daher, dass Schülerinnen und Schüler sicher, selbstständig und möglichst aktiv zur Schule kommen können, egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Roller oder mit Bus und Bahn. Der Kreis übernimmt dabei als Schulträger eine koordinierende und unterstützende Rolle. Zu seinen Maßnahmen gehören unter anderem Schulwegpläne, Fahrradabstellanlagen, Aktionen zum Zu-Fuß-Gehen oder Radfahren, Elterninformationen sowie Hol- und Bringzonen.

Zur sicheren Mobilität gehört auch, neue und zunehmend verbreitete Verkehrsmittel im Blick zu behalten. Deshalb unterstützt der Kreis die Präventionskampagne „E-Scooter? Nur mit Plan. Regeln kennen. Sicher ankommen“ des Polizeipräsidiums Südhessen. Die Kampagne richtet sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene sowie Eltern, Erst- und Gelegenheitsnutzer. Hintergrund sind unter anderem steigende Unfallzahlen: Im Jahr 2025 registrierte die Polizei in Südhessen 218 Verkehrsunfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen, nach 133 im Jahr zuvor. Die Kampagne verbindet Information und Prävention mit Kontrollen und soll für einen verantwortungsvollen und regelkonformen Umgang mit E-Scootern sensibilisieren.

Ein weiterer Baustein ist der Radverkehr. Grundlage für dessen Weiterentwicklung ist das 2020 beschlossene Radverkehrskonzept des Kreises. Mehr als 1.000 Bürgermeldungen flossen in dessen Erarbeitung ein; daraus entstanden mehrere hundert Maßnahmenvorschläge, die priorisiert bis 2030 abgearbeitet werden sollen. Die Kreisverwaltung übernimmt dabei eine koordinierende Funktion zwischen den verschiedenen Fachbehörden und Verwaltungen.

Ein weiteres wichtiges Zukunftsprojekt ist die geplante Raddirektverbindung zwischen Zwingenberg und Heppenheim über Bensheim. Sie soll Teil einer leistungsstarken Radwegeverbindung zwischen den Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar werden und insbesondere Pendlerinnen und Pendlern eine schnelle und sichere Alternative für den Weg zur Arbeit oder zur Schule bieten. Kreis, Zwingenberg, Bensheim und Heppenheim arbeiten seit 2024 gemeinsam an dem Projekt; aktuell ist vorgesehen, die Ausführungsplanung etwa Mitte 2028 abzuschließen.

Auch Bus und Bahn sind ein zentraler Bestandteil der Mobilität im Kreis. Als zuständiger Aufgabenträger für den ÖPNV verfolgt der Kreis das Ziel, seinen Bürgerinnen und Bürgern eine umweltschonende und flexible Mobilität zu ermöglichen. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Organisation und Bestellung von Linienverkehren, die Einbindung des Schülerverkehrs in den öffentlichen Nahverkehr, Ruftaxiverkehre, die Barrierefreiheit sowie Fahrplan- und Haltestellenanpassungen bei Baustellen oder Veranstaltungen. Grundlage der Verkehrsplanung ist der Nahverkehrsplan. Aktuell beschäftigt sich der Kreis unter anderem mit einer Ausweitung des ÖPNV einschließlich Sharing- und flexibler Mobilitätsangebote sowie mit der weiteren Umsetzung der Barrierefreiheit.

Damit Menschen im Kreis zuverlässig von A nach B kommen, gehört schließlich auch die Straßeninfrastruktur zum Gesamtbild. Bei den Kreisstraßen reichen die Aufgaben von Planung, Bau und Unterhaltung über die Mittelverwaltung bis zur Sicherstellung eines geordneten Betriebs. Dazu zählen beispielsweise Streckenkontrollen und Zustandsbewertungen, Winterdienst, Beschilderungen und Markierungen sowie die Beseitigung von Fahrbahnschäden und die Instandhaltung von Brücken und Durchlässen. Verschiedene dieser Aufgaben sind per Vereinbarung auf Hessen Mobil übertragen.

Mit diesen unterschiedlichen Handlungsfeldern zeigt der Kreis während der Europäischen Mobilitätswoche: Mobilität ist mehr als ein einzelnes Verkehrsmittel. Entscheidend ist das Zusammenspiel, damit die Menschen im Kreis Bergstraße je nach Strecke, Anlass und persönlicher Situation möglichst sicher und flexibel unterwegs sein können.

Weitere Informationen gibt es unter https://www.kreis-bergstrasse.de/unser-buergerservice/verkehr-und-strasse/.