Kreis Bergstraße (kb). Bunte Farben, fruchtige Geschmacksrichtungen und ein modernes Design: Auf den ersten Blick wirken sogenannte Vapes oft wie harmlose Lifestyle-Produkte. Doch hinter dem süßen Dampf verbergen sich gesundheitliche Risiken und die Gefahr einer Nikotinabhängigkeit. Gerade bei Jugendlichen erfreuen sich die elektronischen Zigaretten zunehmender Beliebtheit. Um Schülerinnen und Schüler frühzeitig über die Gefahren aufzuklären und sie für einen bewussten Umgang mit Nikotinprodukten zu sensibilisieren, hat das Präventionsteam des Kreises Bergstraße gemeinsam mit der Suchthilfe und Prävention PRISMA der AWO Bergstraße den Präventionsworkshop „Vape-Check“ an der Langenbergschule in Birkenau durchgeführt. Zwei achte Klassen beschäftigten sich dabei intensiv mit den Risiken des Vapens.
„Durch ihre bunten Verpackungen und süßen Geschmacksrichtungen wirken Vapes gerade auf junge Menschen besonders attraktiv und vermeintlich harmlos. Umso wichtiger ist es, frühzeitig über die gesundheitlichen Gefahren aufzuklären und Jugendliche darin zu bestärken, sich bewusst gegen den Konsum von Nikotinprodukten zu entscheiden. Ich freue mich sehr, dass die Schülerinnen und Schüler dieses Angebot mit so großem Interesse angenommen und sich aktiv beteiligt haben“, betonte die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Angelika Beckenbach bei ihrem Besuch des Workshops.
Wie wichtig solche Präventionsangebote sind, zeigen aktuelle Zahlen des Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen: Während 2021 noch 2,9 Prozent der männlichen und 1,8 Prozent der weiblichen Jugendlichen Mehrweg-E-Zigaretten konsumierten, waren es 2025 bereits 6,7 beziehungsweise 7,8 Prozent. Zudem verwenden rund 90 Prozent der Konsumierenden von Mehrweg-E-Zigaretten nikotinhaltige Liquids.
Im Mittelpunkt der jeweils 90-minütigen Workshops, die von Nicole Brosé und Klara Pohl von PRISMA durchgeführt wurden, standen deshalb nicht nur die gesundheitlichen Risiken des Vapens, sondern auch die Frage, warum E-Zigaretten gerade für junge Menschen so attraktiv sind. Dabei erfuhren die Jugendlichen unter anderem, wie E-Zigaretten funktionieren, welche Stoffe beim Dampfen freigesetzt werden und weshalb es sich dabei keineswegs um harmlosen Wasserdampf handelt. Auch die Auswirkungen auf die Umwelt und die richtige Entsorgung der Geräte wurden thematisiert. Mit einem Positionierungsspiel, einem Quiz zu Nikotin und seinen Risiken sowie einem Zuordnungsspiel zur Entsorgung konnten sich die Schülerinnen und Schüler aktiv einbringen, ihr Wissen testen und eigene Einstellungen hinterfragen.
Der „Vape-Check“ ist ein Präventionsprogramm der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen und ihres landesweiten Netzwerks aus 29 Fachstellen für Suchtprävention. Seit Juni 2026 kann das Programm in allen hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten eingesetzt werden. Es richtet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen sechs bis acht und bietet mit einer speziell entwickelten Methodentasche praxisnahe Möglichkeiten, das Thema Vaping altersgerecht zu behandeln. Ziel ist es, Jugendliche zu einer kritischen Auseinandersetzung mit E-Zigaretten und anderen Nikotinprodukten anzuregen, ihre Entscheidungskompetenz zu stärken und insbesondere Nichtrauchende in ihrer Haltung zu bestärken.
Weitere Informationen zu den Präventionsangeboten des Kreises Bergstraße gibt es auf der Internetseite des Kreises unter https://www.kreis-bergstrasse.de/unser-buergerservice/gesundheit-und-verbraucherschutz/praevention/.

